WWWBoard New Message: Message 41: Apel Domowiny do ONZ


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  Posted by Robert Brytan on 10/02/01 at 9:15 PM

Subject:   Apel Domowiny do ONZ
 

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Witajcie S'loonzoki,

Przesylam ostatnie wiadomosci zwiazane z eskalacja sytauacji na Luzycach:

- w parlamencie czeskim posel Miroslav Randsdorf (KSCM) porusza sprawe
Luzyczan.

- Przewodniczacy FORUM CESKO-NEMECKE (odp. polskiej Fundacja
Polsko-Niemieckie ''Pojednanie'') Miloslav Bednar otwarcie i publicznie
kwestionuje zachowanie sie rzadu niemieckiego w stosunku do Luzyczan.

- 64 rosyjskich intelektualistow podpisalo sie pod listem protestacyjnym
wystosowanym do rzadu niemieckiego w sprawie zamkniecia szkoly luzyckiej.

- Czeska i Rosyjska TV jest w Chroscicy (Crostwitz) nadajac programy o
protestach Luzyczan.

- w srode proba mediacji biskupa katolickiego Joachima Reinelt pomiedzy
rzadem Saksonii a Domowina zakonczyla sie fiaskiem.

- kazde rano od pon. do piatku o 7.15 odbywaja sie protesty-wigilje na
dziedzincu luzyckiej szkoly w Chroscicy.

 Apeluje o pomoc!

Robert

Codzienne wiadomosci w j. luzyckim o sytauacji mozna znalesc na
http://www.internecy.de/ Prosze poczekac az sie okienko otworzy!

Zalaczam kopie apelu Domowiny do ONZ KPC oraz trzy zdjecia: protest na
dziedzincu szkoly i szkola.

APEL DOMOWINY DO ONZ KPC
------------------------

____________________________________________________
The Office of the High Commissioner for Human Rights
8-14 Avenue de la Paix
1211 Geneva

Sehr geehrte Damen und Herren,
durch Gesetz vom 09. Juli 1998 hat der Deutsche Bundestag mit Zustimmung des
Bundesrates der Europäischen Charta der Regional-und Minderheitensprachen
zugestimmt. 
Aufgrund des föderativen Staatsaufbaus der BRD obliegt die Umsetzung der
übernommenen Verpflichtungen aus der Charta in erster Linie den Ländern.
Bei der Ratifizierung der Charta hat sich die BRD u.a. von folgenden
Erwägungen 
leiten lassen: 

· Die Vielfalt der Sprachen als wesentlicher Basis der Kultur hat die
Kulturgeschichte Europas geprägt. In seinen Regional- oder
Minderheitensprachen
findet der kulturelle Reichtum Europas auch heute seinen Ausdruck.
· Viele Sprachen verlieren ihren Anwendungsbereich durch Umorientierung
ihrer 
traditionellen Benutzer, ihre freiwillige Assimilation oder durch
sprachliche 
Assimilationspolitik des Staates. Der Gebrauch dieser Sprachen im privaten
Leben 
reicht nicht aus, um ihr Weiterleben auf Dauer zu garantieren.
Europaweit droht Regional- oder Minderheitensprachen unterschiedlich stark
der 
Untergang oder ein tiefgreifender Rückgang ihrer Vitalität.

Diese oben genannten und weitere grundsätzliche Erwägungen aus dem "Ersten
Bericht der Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 15 Absatz 1 der
Europäischen 
Charta der Regional-oder Minderheitensprachen" (s.S. 3 u.4) treffen im
vollen 
Umfang auch auf die gegenwärtige Situation des slawischen Volkes der Sorben
zu. 

Zum Artikel 8 der Charta - Bildung - wird u.a. im "Ersten Bericht" (s. 93)
folgendes dargestellt:
"Es ist davon auszugehen, dass nur ca. 20 000 der 60 000 Sorben in den
zentralen 
Siedlungsgebieten die sorbische Sprache so perfekt beherrschen, dass sie zu
einer 
aktiveren mündlichen und schriftlichen Kommunikation fähig sind. Territorial
sind 
beide Gruppen ungleichmäßig verteilt. Nahezu alle Angehörigen mit sehr guten
Kenntnissen der sorbischen Sprache leben im Einzugsgebiet der seit Ende der
40er 
Jahre bestehenden sorbischen Schulen in der Region
Bautzen-Kamenz-Hoyerswerda. In
der übrigen Lausitz verfügt nur ein geringer Teil der Sorben - meist höheren
Alters- über gute Kenntnisse der sorbischen Sprache".

Das angeführte Netz der sorbischen Schulen, d.h. Schulen in denen Sorbisch
als 
Unterrichts- und Umgangssprache angewendet wird, bestand ursprünglich aus 12
Schulen. 
Durch die Schulbehörden der DDR - Bezirk Dresden - wurden administrativ
schrittweise 6 sorbische Schulen geschlossen. Es wurden sogenannte
Zentralschulen 
gebildet mit der Begründung, dass ein hohes Bildungsniveau nur in größeren
Schulen garantiert werden kann (Mehrzügigkeit,Fachkabinette,
Fachlehrereinsatz, 
ideologische Einflußsicherung der SED).

Durch diese Maßnahmen sind nachweislich in den betroffenen Ortschaften große
Verluste an sorbischsprachiger Substanz eingetreten. Sorbische Schulen (und
auch 
Kindergärten) haben nicht nur eine Bildungsfunktion zu erfüllen sondern auch
einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der nationalen Identität der
Heranwachsenden zu leisten. Für die sorbischen Familien ist die Existenz der
sorbischen Schule im eigenen Wohnort zugleich ein Symbol für den hohen
kulturellen Wert der sorbischen Sprache.

Jede Schließung einer sorbischen Schule oder Klasse suggeriert im Bewußtsein
der 
Bevölkerung die zunehmende Bedeutunglosigkeit der Minderheitensprache
zugunsten 
der Sprache der Mehrheitsbevölkerung.

Das gegenwärtige noch bestehende Netz der Sorbischen Schulen ( s. Erster
Bericht 
S. 98/99) besitzt diesen, für das Überleben der sorbischen Sprache und
Kultur 
unentbehrlichen Symbolcharakter.

Anhand internationaler Erfahrungen wurde damit begonnen, in der Ober- und
Niederlausitz, vorwiegend außerhalb oder am Rande des Einzugsgebietes der
sorbischen Schulen sorbischsprachige Einrichtungen bzw. Gruppen der
Vorschulerziehung einzurichten. Diese Initiative beginnt - unter dem Begriff
"WITAJ" ( = Willkommen) - sich in allen Teilen der Lausitz erfolgreich
durchzusetzen. Etwa 20% aller angesprochenen Eltern entscheiden sich aus
eigener 
Überzeugung dafür, dass ihre Kinder durch eine vollständige und langfristige
sprachliche Immersion im Kindergarten (bzw. Kita) an die sorbische Sprache
herangeführt werden. Diese Eltern verlangen, dass der Spracherwerbsprozeß
immersiv auch in der Grundschule, Mittelschule bzw. im Gymnasium fortgesetzt
wird 
(WITAJ-Bewegung). 
Die Eltern wünschen, dass nach dem Vorbild des bestehenden sorbischen
Schulnetzes 
auch in ihren Territorien entsprechende Einrichtungen geschaffen werden,
auch 
wenn die gesetzlich festgelegten Klassenfrequenzen nicht erreicht werden.

Dieser erfreulichen Entwicklung stehen prinzipielle Entscheidungen des
Sächsischen Staatsministeriums für Kultus entgegen:
Die Sorbische Mittelschule "Jurij Chìzka" Crostwitz hat seit ihrem Bestehen
(gegründet vor etwa 100 Jahren) ihre Aufgabe als Bildungsinstitution und als
Identitätsfaktor vorbildlich erfüllt.
Das Sächsische Staatsministerium für Kultus hat es dieser sorbischen Schule
untersagt, mit dem Schuljahresbeginn 2001/2002 eine neue fünfte Klasse
einzurichten, da mit nur 17 Anmeldungen nicht die erforderliche Anzahl von
mindestens 20 Schülern erreicht werde.
Diese Entscheidung - die Eltern wurden unter Strafandrohung aufgefordert,
ihre 
Kinder in einer fünften Klasse der benachbarten sorbischen Schulen
anzumelden - 
wurde nur unter demographischen Gesichtspunkten getroffen. Sie ist weder
bildungspolitisch notwendig noch minderheitenpolitisch zu begründen.
Mit diesem formalen Akt - der verwaltungsgerichtlich in erster Instanz
bereits 
bestätigt wurde - ist die Existenz weiterer sorbischer Klassen und Schulen
ernsthaft bedroht, von einer Erweiterung des sorbischen Schulnetzes als
Folge der 
WITAJ-Bewegung ganz zu schweigen. Die Eltern werden verunsichert. Der
Kultur- und 
Bildungwert der sorbischen Sprache als Kleinod im Ensemble aller Sprachen
und 
Kulturen Europas wird zugunsten statistischer Überlegungen ignoriert. Der
sich 
unter den günstigen demokratisch-freiheitlichen Bedingungen der BRD
entwickelnde 
wieder zunehmende Lebenswille des sorbischen Volkes als Ethnikum und die
sich 
jetzt stärker herausbildende Akzeptanz vieler deutschsprechender Bürger in
der 
Ober- und Niederlausitz erhält durch die begonnene Schließung der Sorbischen
Mittelschule Crostwitz einen irreparablen Stoß. Es ist ein negatives
politisches 
Signal !

Die DOMOWINA - Bund Lausitzer Sorben e.V. hat sich als anerkannte
Interessenvertreterin des sorbischen Volkes mit den betroffenen Eltern
solidarisiert, die entgegen der Entscheidung des Regionalschulamtes Bautzen
seit 
Schuljahresbeginn ihre Kinder dennoch in die Mittelschule Crostwitz schicken
und 
von freiwilligen Lehrern, die sich im Ruhestand befinden, unterrichten
lassen. 

Wir möchten unserer festen Überzeugung Ausdruck verleihen, dass die
Auseinandersetzung um den Erhalt der sorbischen Mittelschule Crostwitz kein
regionales oder Landesproblem mehr ist.

Wir wenden uns an The Office of the High Commissioner for Human Rights
mit der Bitte um wirksame und unmittelbare Hilfe und Unterstützung. Der
Schutz 
und die Förderung unseres Volkes und dessen bedrohter Sprache muß
verantwortungsvoll und zukunftsweisend verwirklicht werden.
Jede formale und administrative Vorgehensweise ist schädlich und muß unter
allen 
Umständen verhindert werden.

Mit freundlichem Gruß

gez. Jan Nuck
Vorsitzender 
 
 


 
 

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      Re: Apel Domowiny do ONZ Martin Schünemann   Posted at: 12/02/01 (0)



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