| Witajcie S'loonzoki,
Przesylam ostatnie wiadomosci zwiazane
z eskalacja sytauacji na Luzycach:
- w parlamencie czeskim posel Miroslav
Randsdorf (KSCM) porusza sprawe
Luzyczan.
- Przewodniczacy FORUM CESKO-NEMECKE
(odp. polskiej Fundacja
Polsko-Niemieckie ''Pojednanie'')
Miloslav Bednar otwarcie i publicznie
kwestionuje zachowanie sie rzadu niemieckiego
w stosunku do Luzyczan.
- 64 rosyjskich intelektualistow podpisalo
sie pod listem protestacyjnym
wystosowanym do rzadu niemieckiego
w sprawie zamkniecia szkoly luzyckiej.
- Czeska i Rosyjska TV jest w Chroscicy
(Crostwitz) nadajac programy o
protestach Luzyczan.
- w srode proba mediacji biskupa katolickiego
Joachima Reinelt pomiedzy
rzadem Saksonii a Domowina zakonczyla
sie fiaskiem.
- kazde rano od pon. do piatku o 7.15
odbywaja sie protesty-wigilje na
dziedzincu luzyckiej szkoly w Chroscicy.
Apeluje o pomoc!
Robert
Codzienne wiadomosci w j. luzyckim
o sytauacji mozna znalesc na
http://www.internecy.de/ Prosze poczekac
az sie okienko otworzy!
Zalaczam kopie apelu Domowiny do ONZ
KPC oraz trzy zdjecia: protest na
dziedzincu szkoly i szkola.
APEL DOMOWINY DO ONZ KPC
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The Office of the High Commissioner
for Human Rights
8-14 Avenue de la Paix
1211 Geneva
Sehr geehrte Damen und Herren,
durch Gesetz vom 09. Juli 1998 hat
der Deutsche Bundestag mit Zustimmung des
Bundesrates der Europäischen
Charta der Regional-und Minderheitensprachen
zugestimmt.
Aufgrund des föderativen Staatsaufbaus
der BRD obliegt die Umsetzung der
übernommenen Verpflichtungen
aus der Charta in erster Linie den Ländern.
Bei der Ratifizierung der Charta hat
sich die BRD u.a. von folgenden
Erwägungen
leiten lassen:
· Die Vielfalt der Sprachen
als wesentlicher Basis der Kultur hat die
Kulturgeschichte Europas geprägt.
In seinen Regional- oder
Minderheitensprachen
findet der kulturelle Reichtum Europas
auch heute seinen Ausdruck.
· Viele Sprachen verlieren
ihren Anwendungsbereich durch Umorientierung
ihrer
traditionellen Benutzer, ihre freiwillige
Assimilation oder durch
sprachliche
Assimilationspolitik des Staates.
Der Gebrauch dieser Sprachen im privaten
Leben
reicht nicht aus, um ihr Weiterleben
auf Dauer zu garantieren.
Europaweit droht Regional- oder Minderheitensprachen
unterschiedlich stark
der
Untergang oder ein tiefgreifender
Rückgang ihrer Vitalität.
Diese oben genannten und weitere grundsätzliche
Erwägungen aus dem "Ersten
Bericht der Bundesrepublik Deutschland
gemäß Artikel 15 Absatz 1 der
Europäischen
Charta der Regional-oder Minderheitensprachen"
(s.S. 3 u.4) treffen im
vollen
Umfang auch auf die gegenwärtige
Situation des slawischen Volkes der Sorben
zu.
Zum Artikel 8 der Charta - Bildung
- wird u.a. im "Ersten Bericht" (s. 93)
folgendes dargestellt:
"Es ist davon auszugehen, dass nur
ca. 20 000 der 60 000 Sorben in den
zentralen
Siedlungsgebieten die sorbische Sprache
so perfekt beherrschen, dass sie zu
einer
aktiveren mündlichen und schriftlichen
Kommunikation fähig sind. Territorial
sind
beide Gruppen ungleichmäßig
verteilt. Nahezu alle Angehörigen mit sehr guten
Kenntnissen der sorbischen Sprache
leben im Einzugsgebiet der seit Ende der
40er
Jahre bestehenden sorbischen Schulen
in der Region
Bautzen-Kamenz-Hoyerswerda. In
der übrigen Lausitz verfügt
nur ein geringer Teil der Sorben - meist höheren
Alters- über gute Kenntnisse
der sorbischen Sprache".
Das angeführte Netz der sorbischen
Schulen, d.h. Schulen in denen Sorbisch
als
Unterrichts- und Umgangssprache angewendet
wird, bestand ursprünglich aus 12
Schulen.
Durch die Schulbehörden der DDR
- Bezirk Dresden - wurden administrativ
schrittweise 6 sorbische Schulen geschlossen.
Es wurden sogenannte
Zentralschulen
gebildet mit der Begründung,
dass ein hohes Bildungsniveau nur in größeren
Schulen garantiert werden kann (Mehrzügigkeit,Fachkabinette,
Fachlehrereinsatz,
ideologische Einflußsicherung
der SED).
Durch diese Maßnahmen sind nachweislich
in den betroffenen Ortschaften große
Verluste an sorbischsprachiger Substanz
eingetreten. Sorbische Schulen (und
auch
Kindergärten) haben nicht nur
eine Bildungsfunktion zu erfüllen sondern auch
einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung
der nationalen Identität der
Heranwachsenden zu leisten. Für
die sorbischen Familien ist die Existenz der
sorbischen Schule im eigenen Wohnort
zugleich ein Symbol für den hohen
kulturellen Wert der sorbischen Sprache.
Jede Schließung einer sorbischen
Schule oder Klasse suggeriert im Bewußtsein
der
Bevölkerung die zunehmende Bedeutunglosigkeit
der Minderheitensprache
zugunsten
der Sprache der Mehrheitsbevölkerung.
Das gegenwärtige noch bestehende
Netz der Sorbischen Schulen ( s. Erster
Bericht
S. 98/99) besitzt diesen, für
das Überleben der sorbischen Sprache und
Kultur
unentbehrlichen Symbolcharakter.
Anhand internationaler Erfahrungen
wurde damit begonnen, in der Ober- und
Niederlausitz, vorwiegend außerhalb
oder am Rande des Einzugsgebietes der
sorbischen Schulen sorbischsprachige
Einrichtungen bzw. Gruppen der
Vorschulerziehung einzurichten. Diese
Initiative beginnt - unter dem Begriff
"WITAJ" ( = Willkommen) - sich in
allen Teilen der Lausitz erfolgreich
durchzusetzen. Etwa 20% aller angesprochenen
Eltern entscheiden sich aus
eigener
Überzeugung dafür, dass
ihre Kinder durch eine vollständige und langfristige
sprachliche Immersion im Kindergarten
(bzw. Kita) an die sorbische Sprache
herangeführt werden. Diese Eltern
verlangen, dass der Spracherwerbsprozeß
immersiv auch in der Grundschule,
Mittelschule bzw. im Gymnasium fortgesetzt
wird
(WITAJ-Bewegung).
Die Eltern wünschen, dass nach
dem Vorbild des bestehenden sorbischen
Schulnetzes
auch in ihren Territorien entsprechende
Einrichtungen geschaffen werden,
auch
wenn die gesetzlich festgelegten Klassenfrequenzen
nicht erreicht werden.
Dieser erfreulichen Entwicklung stehen
prinzipielle Entscheidungen des
Sächsischen Staatsministeriums
für Kultus entgegen:
Die Sorbische Mittelschule "Jurij
Chìzka" Crostwitz hat seit ihrem Bestehen
(gegründet vor etwa 100 Jahren)
ihre Aufgabe als Bildungsinstitution und als
Identitätsfaktor vorbildlich
erfüllt.
Das Sächsische Staatsministerium
für Kultus hat es dieser sorbischen Schule
untersagt, mit dem Schuljahresbeginn
2001/2002 eine neue fünfte Klasse
einzurichten, da mit nur 17 Anmeldungen
nicht die erforderliche Anzahl von
mindestens 20 Schülern erreicht
werde.
Diese Entscheidung - die Eltern wurden
unter Strafandrohung aufgefordert,
ihre
Kinder in einer fünften Klasse
der benachbarten sorbischen Schulen
anzumelden -
wurde nur unter demographischen Gesichtspunkten
getroffen. Sie ist weder
bildungspolitisch notwendig noch minderheitenpolitisch
zu begründen.
Mit diesem formalen Akt - der verwaltungsgerichtlich
in erster Instanz
bereits
bestätigt wurde - ist die Existenz
weiterer sorbischer Klassen und Schulen
ernsthaft bedroht, von einer Erweiterung
des sorbischen Schulnetzes als
Folge der
WITAJ-Bewegung ganz zu schweigen.
Die Eltern werden verunsichert. Der
Kultur- und
Bildungwert der sorbischen Sprache
als Kleinod im Ensemble aller Sprachen
und
Kulturen Europas wird zugunsten statistischer
Überlegungen ignoriert. Der
sich
unter den günstigen demokratisch-freiheitlichen
Bedingungen der BRD
entwickelnde
wieder zunehmende Lebenswille des
sorbischen Volkes als Ethnikum und die
sich
jetzt stärker herausbildende
Akzeptanz vieler deutschsprechender Bürger in
der
Ober- und Niederlausitz erhält
durch die begonnene Schließung der Sorbischen
Mittelschule Crostwitz einen irreparablen
Stoß. Es ist ein negatives
politisches
Signal !
Die DOMOWINA - Bund Lausitzer Sorben
e.V. hat sich als anerkannte
Interessenvertreterin des sorbischen
Volkes mit den betroffenen Eltern
solidarisiert, die entgegen der Entscheidung
des Regionalschulamtes Bautzen
seit
Schuljahresbeginn ihre Kinder dennoch
in die Mittelschule Crostwitz schicken
und
von freiwilligen Lehrern, die sich
im Ruhestand befinden, unterrichten
lassen.
Wir möchten unserer festen Überzeugung
Ausdruck verleihen, dass die
Auseinandersetzung um den Erhalt der
sorbischen Mittelschule Crostwitz kein
regionales oder Landesproblem mehr
ist.
Wir wenden uns an The Office of the
High Commissioner for Human Rights
mit der Bitte um wirksame und unmittelbare
Hilfe und Unterstützung. Der
Schutz
und die Förderung unseres Volkes
und dessen bedrohter Sprache muß
verantwortungsvoll und zukunftsweisend
verwirklicht werden.
Jede formale und administrative Vorgehensweise
ist schädlich und muß unter
allen
Umständen verhindert werden.
Mit freundlichem Gruß
gez. Jan Nuck
Vorsitzender
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