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LANDSLEUTE |
Schlesische
Nachrichten 01/2002
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„Wie gut, dass es solche Gruppen gibt!"
33. Pädagogentagung des Johann Heermann-Kreises
Auf diese wohltuende Weise wurde unsere Gruppe schlesischer Pädagogen vom
Hannoverschen Stadtsuperintendenten Dannowski im Gottesdienst begrüßt, als
wir zum Abschluss unserer Tagung am Sonntagsgottesdienst in der Marktkirche
teilnahmen. Dannowski predigte über Joh. 5,1-16, der Behinderte am Teich
von Bethesda.
Aber nun zuerst zum Anfang der Tagung: Christoph Scholz aus Großburgwedel
bei Hannover, der seit 1968 bei dieser Gruppe schlesischer Pädagogen aus
Ost (Görlitz und Umgebung) und West (Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg,
Nordrhein-Westfalen und Bayern) dabei ist, hielt eine Bibelarbeit über die
Geschichte Hagars und Ismael, ihren und Abrahams Sohn. Sie lebten in Abhängigkeit
von Abraham und Sarah. Der Interpret versuchte die drei wichtigsten Personen
fiktiv selbst zu Wort kommen zu lassen, über ihre Situation und über ihre
Gefühle zu sprechen. Danach schlug er eine Brücke zu der Situation des Islam
in unserer Welt, besonders seit dem 11.9., und da besonders zum Verhältnis
von Juden und Palästinensern. Schließlich gilt Ismael bei den Muslimen als
ihr Stammvater.
Inge Bienert aus Görlitz referierte anschließend über das Thema: „Tätig
für eine Fraktion im Landtag von Sachsen." Spannend waren ihre Ausführungen
schon deshalb, weil sie als Fraktionsassistentin 11 Jahre lang hautnah und
mittendrin den Beginn der parlamentarischen Tätigkeit von 1989 bis in die
3. Legislatur-Periode hinein erlebt hat, also „die
Mühen der Ebene" mitgetragen und miterlebt hat.
Ulrike Conrad aus Zodel bei Görlitz berichtete ausführlich und engagiert,
wie sie als Schulleiterin mit ihren Kollegen und zusammen mit den Eltern
ihrer Schüler einen sehr fundierten Entwurf für einen deutsch-polnischen
Schulversuch Zodel-Penzig über die Staatsgrenze hinweg aus der Taufe zu
heben versucht. Eine unvorstellbare fruchtbare Arbeit ist in dieses Programm
bereits gesteckt worden; die Begeisterung im schlesischen, jetzt polnischen
Penzig und in Zodel ist leider bisher noch bei weitem größer als bei der
genehmigenden Schulbehörde in Dresden. Man kann nur hoffen, dass sich dies
ändert. Denn wie soll sich das deutschpolnische Verhältnis anders stabilisieren
als über die tägliche Gemeinschaft von Schülern beider Länder in der Schule.
Und der Eintritt Polens in die EU ist für 2004 geplant!
Am Abend stellte Ulrich Goede aus Bad Münder Rübezahl in Wort und Bild vor.
Erstaunlich, welche Faszination dieser Herr der Berge auf Literaten und
Künstler verschiedener Sparten und Zeiten ausgeübt hat. Wer von uns hatte
z. B. Gewusst, dass Carl Maria von Weberin Breslau eine Oper Rübezahl zur
Uraufführung brachte. Einprägsam vermittelt wurde uns Rübezahl eine hintergründige
Gestalt, die auch viele Elemente des schlesischen Wesens in sich trägt und
doch auch in Tschechien und Polen heimisch ist, wenn auch mit anderer charakterlicher
Färbung.
Der Sonnabend brachte ein Referat von Michael Stille, StR, aus Hannover,
darüber, wie ein neues Religionsbuch entsteht. Manfred Goldberg aus Zodel
bei Görlitz, berichtete von der Restaurierung der Orgel seines Heimatdorfes
im Jahre 2000 und 2001, die mit Hilfe der Veeso (Verein zur Erforschung
und Erhaltung schlesischer Orgeln e.V.), der örtlichen Kirchengemeinde,
der Landeskirche der schlesischen Oberlausitz, der politischen Gemeinde
und von Sponsoren zu einem glücklichen Erfolg geführt wurde.
Christoph Scholz gab einen sehr persönlich gefärbten Bericht über seine
Erlebnisse und Erfahrungen auf dem Frankfurter Kirchentag mit ergänzenden
Dias: Auftanken für Leib und Seele bei besonderen Gottesdiensten, Bibelarbeiten
und Diskussionsforen. Aber auch das Theater in Frankfurt, die optimale private
Unterbringung, der freundliche Empfang durch die Bürger der Stadt und die
wunderbare gelöste Stimmung der vielen Tausende Teilnehmer trugen sehr zum
positiven Gesamturteil bei.
Am Abend wurde ein Fernsehfilm von Ekkehard Kuhn über Schlesien zusammen
angesehen und besprochen. Deutlich wurde, dass besonders junge Polen mehr
und mehr allmählich anfangen die Geschichte und Kultur des deutschen Schlesiens
als ihre Geschichte und als ihr Erbe zu begreifen.
Der Abendmahlsgottesdienst am Sonntag (s. Einleitung) versammelte innerlich
und vereinte uns am Schluss noch einmal.
Günstig für das Gelingen der Tagung war auch die ruhige Lage des Naturfreundehauses
in Hannover und die gute leibliche Versorgung. Das 34. Treffen wird vom
27.-29.9.2002 turnusmäßig wieder in Jauernick bei Görlitz stattfinden.
Ch. Scholz (SN)
Schülerwettbewerb „Denkmäler in Schlesien"
Im September trafen sich in der Eichendorffschule Wetzlar die Vertreter
der Orts- und Kreisgruppe Wetzlarer Schlesier mit der Schulleiterin, um
die Preisträger aus Wetzlar zu ehren, die in dem Schülerwettbewerb „Osteuropa
2000/2001" zum Thema „Denkmäler in Schlesien" gewonnen hatten.
Ein zusätzliches Geschenk der Wetzlarer Schlesier für die nicht einfache
Arbeit in Höhe von je 50,- DM war die Belohnung dafür. Oberstudienrat Becker
unterbreitete die wechselvolle Geschichte Schlesiens den Wettbewerbsteilnehmern
so gut, dass zwei junge Damen eine Reise nach Schlesien gewonnen hatten
und außerdem noch 4 Buchpreise an andere Schüler in Wiesbaden vergeben wurden.
Das aus Breslau stammende Reiseunternehmen Gimmler spendete für den gleichen
Zweck 100,- DM.
G. Frost (SN)
(von I. nach r.) Kreisvorsitzender Frost, Ortsvereinsvorsitzende Gabi
Eichenauer, Schulleiterin Schneider, die Schüler (innen) Helle Pahl, Eva
Maria Guld, Christian Neuhof, Laura Nagel,Sina Mertens und Oberstudienrat
Becker. Foto: K.-H. Haider
Kino-Tipp
Am 27. Dezember 2001 startete bundesweit die Kinoverfilmung des Weltsellers
„Soweit die Füße tragen".
Dieser Film beruht auf einer wahren Geschichte und schildert die gelungene
Flucht eines deutschen Soldaten aus einem russischen Gefangenenlager.
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