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Seite 7 LANDSMANNSCHAFT SCHLESIEN
Schlesische Nachrichten 01/2002

Berichte aus den Heimatgruppen

Jahresversammlung des Schlesischen Kreis-, Städte,- und Gemeindetages
Die Bundesvereinigung der Breslauer wird im Haus Schlesien einen eigenen Raum mit Exponaten aus Breslau gestalten können. Der Raum wird frei, weil eine ganze Reihe von Exponaten der Sammlung im Haus Schlesien ins Schlesische Museum Görlitz überführt werden.

Die Heimatgruppe der Kreuzburger wird vor allen durch ihre Heimatzeitung zusammengehalten. In ihre Heimatorte haben die Kreuzburger viele persönliche Kontakte geknüpft, jährlich fahren zwei Busse vor allen auch in die dörflichen Gemeinden. Die Heimatgruppe leistet vor allen im kulturellen Bereich Hilfe über die Grenze hinweg.

Einen regen Schüleraustausch pflegen die Schulen im Kreis Militsch-Trachenberg zu deutschen Schulen der Patenstadt Springe am Deister und nach Lohr am Main. Die Heimatgruppe fördert und begleitet diesen Schüleraustausch, der im kommenden Jahr auf sieben bis acht Schulen erweitert werden soll. Die berühmten Militscher Karpfen sind auch heute noch in Deutschland eine begehrte Delikatesse.

Ortstreffen der Militscher finden überwiegend in den neuen Bundesländern statt, hauptsächlich in Sachsen.
Die Heimatgruppe Neumarkt trifft sich alle zwei Jahre in der Patenstadt Hameln, die allerdings ihre Zuschüsse zu diesen Treffen stark reduziert hat. In Neumarkt unterstützte die Heimatgruppe die Restaurierung des Jüdischen Friedhofes und in Ossig wurde eine Gedenkstätte für die Opfer der Kriegs- und Nachkriegszeit im Mai eingeweiht.
Heimatforschung stand im Mittelpunkt der deutschpolnischen Kontakte der Heimatgruppe Ohlau. Am B. Oktober wurde in Ohlau eine Gedenkstätte an die deut
schen Bürger bis 1945 eingeweiht. Auf Einladung des polnischen Rates von Ohlau sprach Heimatkreisvorsitzender Norbert Pantke vor der Ratsversammlung über den Weg zu einem gemeinsamen Europa.
In Waltersdorf im Kreis Sagan-Sprottau ist der deutsche Nobelpreisträger Professor Blobe geboren, stellte Heimatkreisvorsitzender Gerhard Kossert richtig. Kontakte zur Bevölkerung im Kreis bestehen nur auf privater Basis. Die Arbeitslosigkeit liegt heute dort bei 25 Prozent, die Bahnlinie soll eingestellt werden und die polnische Jugend zieht wegen der Arbeitsplatzsituation aus dem Kreis weg. Gerhard Kossert forderte dringend mehr Unterricht über ostdeutsche Geschichte an den deutschen Schulen an, denn der Weg nach Europa kann nur auf der Grundlage geschichtlicher Wahrheit sinnvoll sein.
Die Heimatgruppe Wohlau-Steinau bemüht sich besonders um den Schüleraustausch. So kommt eine polnische Musikgruppe im Januar nach Cuxhaven und Überdrucke des Heimatbuches des Kreises wurden an die Schule in Wohlau gegeben als Lektüre für den Deutschunterricht.
In Goldberg wurden in diesem Jahr am bilingualen Lyzeum die ersten Abiturzeugnisse mit Deutschen Sprachdiplom, vergeben. Im Namen des Schlesischen Kreis-, Städte- und Gemeindetages überreichte Vizepräsident Priesemuth Buchgeschenke an die Abiturienten. Der Goldberger Krankenhausverein löste sich auf und übergab sein Restvermögen dem DRK, der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Arbeitersamariterbund in der Patenstadt Solingen. Legate erhielten auch ein Blinden-Kinder Krankenhaus in Bremen und ein genossenschaftlich arbeitendes Krankenhaus In Salzhausen.
Die Heimatgruppe Striegau pflegt seit 1992 enge Kontakte zur polnischen Verwaltung der Stadt Striegau. So konnte ein Gedenkstein für den schlesischen Dichter Johann Christian Günther und ein Ehrenmal für die Gefallenen und Opfer des letzten Krieges eingeweiht werden. Ein großes Ereignis war die Restaurierung der Striegauer Orgel, zu der eine namhafte Spende auch von den Heimatvertriebenen kam.

Auf 50 Jahre Patenschaft mit der Stadt Goslar kann die Heimatgruppe Trebnitz zurückblicken. Mit der polnischen Stadt schloss Goslar eine Partnerschaft. Eng sind auch die Kontakte zum Kloster Trebnitz, das im nächsten Jahr die Grundsteinlegung vor 800 Jahren feiert. Zu diesen Feierlichkeiten sind auch die Vertriebenen aus Trebnitz eingeladen. So wird ein Bus mit Trebnitzern im September nach Trebnitz fahren.
750 Jahre wird die Gemeinde Wansen im Kreis Strehlen im nächsten Jahr alt..
Dazu stiftete die Heimatgruppe Wansen eine Gedenktafel, die in lateinischer, deutscher und polnischer Sprache an die deutsche Geschichte des Ortes erinnern soll. Die Heimatgruppe trifft sich jedes Jahr in Bielefeld. „Wir wollen Spuren hinterlassen", betonte der Vorsitzende Manfred Endreß und berichtete auch von der Gedenktafel am Rathaus in Wrede, wo der Vertreibung vor 50 Jahren gedacht wird. Zum Jubiläum nach Wansen werden die Wansener mit zwei großen Bussen fahren.
Klein aber sehr aktiv ist die Heimatgruppe Winzig, deren Patenstadt Meschedeist. Der Zusammenhalt wird durch die Heimatzeitung bestärkt, die zweimal im Jahr erscheint. Zur Heimat in Schlesien gibt es viele private, aber keine offiziellen Kontakte.

Die Patenstadt von Grottkau ist Beckum, dort steht auch ein Gedenkstein der an die Vertreibung erinnert. Die Patenstädte Beckum und Warendorf haben mit dem polnischen Grottkau einen Partnerschaftsvertrag geschlossen, in den auch die Heimatgruppe integriert ist.
In Freystadt wurde der deutsche Friedhof wieder hergerichtet, polnische Studenten der Universität Krakau untersuchten in diesem Zusammenhang deutsche Inschriften und gaben dazu ein Buch in deutscher und polnischer Sprache heraus, darin sind 250 deutsche Grabepiphate festgehalten. Die Heimatgruppe sorgte für eine Gedenktafel auf dem Friedhof in Freystadt, die an die deutsche Bevölkerung bis 1945 erinnert.
Das Hauptanliegen der Heimatgruppe Bad Carlsruhe ist zur Zeit die Restaurierung der evangelischen Kirche. Kontakte zum Gustav-Adolf-Werk und zum evangelischen Bischof in Warschau sind aufgenommen worden, die Heimatgruppe wird unter den Vertriebenen eine Sammlung veranstalten. Bad Carlsruhe war bis 1945 überwiegend evangelisch, doch nach der Vertreibung wurde nur noch die katholische Kirche genutzt.
Jutta Graeve (SN)

Die Schlesische Volkstanz- und Trachtengruppe Rübezahl und der Schlesierchor aus Hamburg gestalteten musikalisch die Festliche Stunde im Leineschloß und auch den Heimatabend bei der Jahresversammlung des Schlesischen Kreis-, Städte- und Gemeindetages.

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