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HEIMAT
SCHLESIEN / KULTUR |
Schlesische
Nachrichten 24/2001
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Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg
auf dem Weg nach Europa
Jahrestagung des Schlesischen Kreis -, Städte und
Gemeindetages
Die Grüße der Landesmannschaft Schlesien überbrachte
Bundesvorstandmitglied Heinz G. Meinhardt. "Seine Hamburger",
die Volkstanz und Trachtengruppe Rübezahl, und der Schlesierchor sorgten
für das farbenfrohe Bild während der Festlichen Stunden.
Zwei Vorträge bildeten den Auftakt zur Jahresversammlung des Schlesischen
Kreis , Städteund Gemeindetages (SKSG) in Hannover, nachdem am Vormittag
in der Festlichen Stunde im Leineschloß der 50 Jahre gedacht wurde, die
der Spitzenverband der schlesischen Bundesheimatgruppen und Heimatkreisvereinigungen
für Schlesien und die Schlesier gearbeitet hat. Inge Gräfin v. Pfeil berichtete
über die Arbeit des Vereins für Schlesische Kunst und Kultur (VSK) in
Schlesien und Günter Elze referierte über die Kostbarkeiten schlesischer
Kirchenbauten.
In den Mittelpunkt ihres Berichtes stellte Gräfin v. Pfeil die Arbeit
der deutsch polnischen Stiftung und ihre segensreiche Arbeit für die Erhaltung
vieler schlesischer Kulturdenkmäler. Sie hoffe, dass auch nach Auslaufen
der eigentlich vorgesehenen Stiftungsdauer die Arbeit fortgesetzt werden
kann, denn es gibt noch unendlich viel auf diesem Gebiet zu tun. Der VSK
befasse sich aber nicht nur mit der Erhaltung schlesischer Kunst und Kultur,
sondern praktiziere auch eine sehr lebhafte Jugendarbeit, die vor allen
Schüler in den Grenzbereichen zwischen Polen, Deutschland und Tschechien
betrifft. So werden in jedem Jahr Schülerwettbewerbe ausgeschrieben, die
mit Vorlesungen in allen drei Sprachen im Haus Lomnitz stattfinden. Die
Ausschreibung des Wettbewerbes geschieht in deutscher Sprache.
Ein wichtiges Arbeitsgebiet sind auch die Seminare. Dabei kritisierte
Gräfin v. Pfeil, dass auf diesen Seminaren vor allen junge deutsche Wissenschaftler
fehlen. Die Geschichte des schlesischen Landes sei jungen polnischen Studenten
besser bekannt als deutschen Studenten. Deshalb müsse die Erlebnisgeneration
alles daran setzen, ihre schlesische Identität an Kinder und Enkel weiterzugeben,
denn unsere Schulen vermitteln diese Geschichtskenntnisse nicht, so Gräfin
v. Pfeil, in unseren Schulen wird das ostdeutsche Kulturgut nicht mehr
berücksichtigt.
Günter Elze stellte die Entwicklung der evangelischen Kirchen durch die
Jahrhunderte vor. Schlesien ist ein Land, das Friedens und Gnadenkirchen
besaß, wo Grenz und Zufluchtskirchen in der Gegenreformation eine große
Rolle spielten und die friedrizianischen Bethäuser und Bethauskirchen
spiegelten die Zeit der Glaubenskämpfe während Reformation und Gegenreformation
wieder.
In der anschließenden Mitgliederversammlung des SKSG wurde über die zukünftige
Arbeit gesprochen. Nach dem Wegfall jeder staatlichen Förderung ist der
SKSG auf die intensive Mitarbeit der Heimatgruppen angewiesen. Deshalb
soll eine Neuorganisation erfolgen. Mit einem Fragebogen wird sich der
SKSG an alle130 von ihm erfassten Bundesheimatgruppen und Heimatkreisvereinigungen
wenden. Nur noch die Heimatgruppen, die an einer engen Zusammenarbeit
interessiert sind werden in Zukunft in die Arbeit eingeschlossen werden.
Dazu gehört auch die Zahlung des Jahresbeitrages, denn zur Zeit tragen
die Präsidiumsmitglieder weitgehend die Portokosten für den Kontakt untereinander.
Das muss nach Meinung der anwesenden Gruppen anders werden.
Weiterhin beschlossen die Delegierten der Heimatgruppen, dass SKSG über
seine Arbeit im Internet berichtet, denn die Themen wie Zusammenarbeit
mit der Kriegsgräberfürsorge, Auskünfte über den Verbleib schlesischer
Kirchenbücher und die Arbeit in Patenschaften und Partnerschaften der
einzelnen Heimatgruppen sind oft wichtige Informationen, die ohne Internet
nicht einer breiteren Öffentlichkeit zugängig gemacht werden können. Einstimmig
beschlossen die Delegierten, dass der SKSG selbstständig weiterarbeiten
wird und die Aktivitäten der einzelnen Heimatgruppen in ihre ehemaligenHeimatgemeinden
unterstützen wird. Da gibt es viel zu tun bei der Begleitung von Schulpartnerschaften
und Vereinskontakten über die Grenzen hinweg. Gemäß der Charta der Heimatvertriebenen
sehen die Delegierten eine Verpflichtung zu grenzüberschreitenden Aktivitäten,
die in ein gemeinsames Europa führen sollen.
Die nächste Jahresversammlung des SKSG wird am 26. und 27. Oktober 2002
in Weilburg an der Lahn stattfinden, beschlossen die Delegierten, nachdem
die Mitglieder des Präsidiums alle einstimmig wiedergewählt wurden:
Präsident Detlev A. W. Maschler, Vizepräsidentin Jutta Graeve Wölbling,
Vizepräsident Bernhard Priesemuth, Schriftführerin Monika Schultze, Kassenwartin
Ruth Bretschneider und als Beisitzer Lydia Radach, Uschi Priesemuth und
Konrad Scholz.
Jutta Graeve (SN)
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