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Seite 9 LANDSLEUTE / HEIMAT SCHLESIEN
Schlesische Nachrichten 24/2001

Schlesier aus Frankfurt am Main und Offenbach zu Besuch in Bad Orb

Am 31.10.2001 unternahm die Landsmannschaft Schlesien, Kreisgruppe Frankfurt am Main, zusammen mit Mitgliedern der Kreisgruppe Offenbach eine Busfahrt nach Bad Orb, Kurstadt im Herzen des Naturparks Spessart, wo zum Geläut der dortigen Luther-Kirche auch eine Glocke aus dem schlesischen Ort Reichenstein gehört.

Wir trafen uns mit Mitgliedern der Ortsgruppe Bad Orb im Burghof am ostdeutschen Mahnmal zu einer Gedenkstunde. Vom Vorstand begrüßte uns Herr Dr. Trenner und anschließend berichtete uns Herr Reinhard Schade von der Planung und dem Bau des besonders schön gestalteten, von der Landsmannschaft Schlesien in Bad Orb 1989 gestifteten Mahnmals. Dieses besteht aus rotem Sandstein mit folgenden eingemeißelten farblich gestalteten Wappen: Brandenburg, Schlesien, Sudetenland, Westpreußen, Danzig und den Worten: „Unvergessene ostdeutsche Heimat".

Zum Totengedenken zündete Frau Peilicke eine mit schlesischem Wappen verzierte Kerze an, und es wurden die Gedichte „Klage" von Wolfgang Koska und „Heimatsehnsucht" von H.J. John rezitiert. Nach dem Vortrag eines kleinen Spruchs in schlesischer Mundart „Du säl'ge Heemte du" von A. Lichter sangen wir gemeinsam das Lied „O du Heimat lieb und traut" als Abschluss der Feierstunde, die leider von strömendem Regen begleitet war, und die Kerze schnell wieder ausgelöscht hatte.

Anschließend fuhren wir gemeinsam in die Mechauer Bierstube, deren Inhaberin, Frau von Seggern, aus Mechau/Schlesien stammt, wofür uns Kaffee, ObstStreuselkuchen und Käsekuchen, von Frau v. Seggern selbst gebacken, vorbereitet war. Es war ein gemütliches Beisammensein der Frankfurter, Offenbacher und Bad Orber Schlesier.

Um 17.00 Uhr liefen wir zur nahe gelegenen MartinLuther-Kirche, wofür uns eine Andacht zum Reformationsfest von Pfarrer Löber gehalten wurde, Die Glocken erklangen bereits auf dem Weg zur Kirche, und während des Gottesdienstes läutete die schlesische Glocke allein. Von den drei vorhandenen Glocken kommen zwei als „Leihglocken" vom Glockenfriedhof Hamburg, neben der aus Reichenstein/Schlesien auch eine aus Pilkallen/Ostpreußen. Unsere schlesische Glocke wurde im Jahr 1673 in Reichenstein gegossen und trägt die Inschrift: „Der Herr bewahre dieses Haus und die ganze Stadt". Diese Worte gelten nun für die Stadt Bad Orb. Es ist zur Tradition geworden, dass die schlesische Glocke täglich um 12 und um 18 Uhr geläutet wird.

Die Heimreise traten wir an, erfüllt von den Erlebnissen und Begegnungen mit netten Schlesiern und anderen Gruppen. Schade, dass es geregnet hatte. Mit einem Dank an die Vorsitzende der Kreisgruppe Frankfurt, Frau Peilicke, die diesen Ausflug mit viel Mühe und Engagement organisiert hatte, verabschiedeten wir uns.

Erika Parnitzke (SN)


Treuespende für Schlesien 2002
Meine lieben Landsleute, Die letzten Ereignisse in der globalisierten Welt zeigen uns, wie schnell sich das tägliche Leben ändern kann. Die Medien wie z.B. Radio, Fernsehen und die täglichen Berichte bestätigen uns allen, was Terror und Krieg, egal in welchem Land für die Menschheit mit sich bringt.

Dieses Leid haben wir vor 50 Jahren als Vertriebenen selbst erlebt.

In diesem Zusammenhang möchte ich zur Erinnerung bringen, was unsere schlesischen Vordenker in der Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 5. August 1950 festgeschrieben haben:

„Wir haben dieses Schicksal erlitten und erlebt. Daher fühlen wir uns berufen zu verlangen, dass das Recht auf Heimat, als eines der von Gott geschenkten Grundrechte der Menschheit anerkannt und verwirklich wird.

„Die Völker müssen erkennen", dass das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen, wie aller Flüchtlinge, ein Weltproblem ist, dessen Lösung höchste sittliche Verantwortung und Verpflichtung zu gewaltiger Leistung fordert."

Diese Verantwortung und Verpflichtung der Schlesier ist uns in vollem Umfang bewusst.

In Wirklichkeit ist es so, dass die Landsmannschaft Schlesien seit Jahren ohne stattliche Zuschüsse und Zuwendungen Ihre Aktivitäten ausführen muss.

Wenn man sich nur in den letzten Wochen, die Sendungen wie z.B. Monitor, Frontal, sowie Zeitspiegel angeschaut hat, muss man mit großer Sorge überlegen, ob die Entwicklungshilfen ohne Kontrolle tatsächlich sinnvoll waren.

Obwohl der politische Wind immer gegen die Landsmannschaft Schlesien bläst, müssen wir unsere schlesische, historische Mentalität und die disziplinierte Einsatzbereitschaft verstärken und im vollen Umfang weiterführen.

Man muss sich nur überlegen, wenn alle Schlesier die nach dem zweiten Weltkrieg in die Bundesrepublik Deutschland umgesiedelt sind, nur et
was, für die verlorene Heimat tun würden, müsste man sich keine Sorgen um die Existenz unserer Landsmannschaft machen.

Mit voller Freude möchte ich einen besonderen Dank an die Regierung des Freistaates Bayern aussprechen, denn ohne diese finanzielle Unterstützung, könnte die Landsmannschaft Schlesien kein Deutschlandtreffen organisieren.

Besonderen Dank möchte ich an alle Schlesier aussprechen, die mich in meinen Aufruf (SN Nr. 24/99) verstanden und finanziell unterstützt haben.

Diese Unterstützung gibt uns die Möglichkeit weitgehend die Finanzen der Bundesgeschäftsstelle für die Zukunft stabil zu sichern.

Nur mit sicherer Finanzlage kann man alle anderen geplanten Maßnahmen durchführen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch meinen Dank an die Landesgruppen aussprechen, die uns laufend finanziell unterstützt haben. Mit einer solchen Zusammenarbeit kann man weiterhin die ehrenamtliche Tätigkeit mit Freude ausüben.

Doch wer die Arbeit unserer Landsmannschaft unterstützen möchte, kann dies auf verschiedene Art und Weise tun: Eine Spende, eine Sammlung, anlässlich einer familiären oder jahreskreisbezogenen Festlichkeit oder auch eine testamentarische Bestimmung zu Gunsten der berechtigen Fürsprecher für Schlesien, der Landsmannschaft Schlesien, ist willkommen.

Ich möchte mich jetzt schon für Ihre Opferbereitschaft auf das allerherzlichste bedanken und Ihnen und Ihren Lieben ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest wünschen!

Für das Jahr 2002 wünsche ich ein heimatliches Glückauf!

Josef Zimmermann
Bundesschatzmeister

Wir erbitten Ihre Spende auf das Konto bei der Niederschles. Sparkasse Görlitz: Konto.-Nr. 40 410, BLZ 85050100. Selbstverständlich werden auf Wunsch auch Spendenbescheinigungen ausgestellt.


Du säl'ge Heemte du,
mit denner sissa Freede.
Maag Gott eim Himmel
dich bewoahm vo jedem Leede.
Und wenn a Waater kimmt
und andre Angst und Pein
Do maag der Zotaberg
der Schläsing Wächter sein!

August Lichter


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