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Seite 6 ZEITGESCHEHEN
Schlesische Nachrichten 24/2001

Schlesier zog es hoch hinauf Die Schlingelbaude im Riesengebirge


Schlesisches Rezept Mohnstriezel

Hefeteig: entweder 30 40 g frisch" Hefe oder einen Beutel Trockenhefe
Ca. 1/4 I Milch
500 g Mehl
60 g Butter
60 g Zucker
abgeriebene Zitronenschale von einer Zitrone
1 Ei
etwas Salz

Mohnfüllung: 250 g gemahlenen Mohn

(wird noch in Reformhäusern gemahlen)
1/4 I Milch
40 g Butter
25 g gehackte Mandeln
200 g Zucker
60 g Sultaninen
1 Ei
1 Prise Zimt
eventuell Paniermehl
Glasur. 3 Essl Butter
Puderzucker

Zubereitung:

Die Hefe mit 3 Esslöffeln lauwarmer Milch in einerTasse auflösen. Aus Mehl, der zerlassenen Butter, Zucker, abge iebener Zitronenschale, Ei, einer Prise Salz, der restlichen Milch und der aufgelösten Hefe einen Teig bereiten. Mit einem Tuch zudecken und an warmen Ort aufgehen lassen.

Die Mohnfüllung wird wie folgt zubereitet: Den Mohn mit kochendheißer Milch übergießen, die zerlassene Butter, die gehackten Mandeln, Zucker, Sultaninen, Eiund Zimt zugeben (sollte die Masse zu weich sein, etwas Paniermehl beimischen) Den aufgegangenen Hefeteig zu einem Rechteck, etwa 1 cm dick, ausrollen und die erkaltete Mohnmasse nicht ganz bis an den Rand auf den Hefeteig streichen, das Ganze zusammenrollen. Den Striezel mit der Naht nach unten auf ein gefettetes Blech legen, nochmals zugedeckt gehen lassen, dann mit flüssiger Butter bestreichen und bei Mittelhitze ca. 1 Stunde backen. Dann nochmals mit zerlassener Butter bestreichen und mit Puderzucker bestreuen (Mohnstriezel kann auch mit der Naht nach unten in einer gefetteten Kastenform gebacken werden).

Dazu kann man einen Teepunsch trinken: 1 I starker Tee 125 g Zucker Saft von 2 Zitronen Saft von 2 Orangen 1/81 Rum

Tee mit Zucker und Fruchtsaft bis kurz von dem Kochen erhitzen, den Rum zufügen und heiß servieren.


Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen
Still erleuchtet jedes Haus;
Sinnend geh' ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein steh und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld
Hehres Glänzen, heil'ges Schauern,
Wie so weit und still die Welt.
Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt's wie wunderbares Singen
O du gnadenreiche Zeit!

Joseph v. Eichendorff


Vigilie im Advent

Jetzt gehe ich alleine
Den Weg der Weihnacht
Schritt für Schritt
Die ich in Liebe meine,
Um die ich endlos weine,
Sie gehen nicht mehr mit.
0 Tanne stark und reine,
0 Krippensohn, der für uns litt,
0 Stern im Demantscheine,
Die ich zu sehen meine,
Sie sehen nicht mehr mit.
Der Dorn erblüht am Raine,
Zum Stalle tastet Hirtentritt.
Ein Engel singt alleine,
Die ich im Chor vermeine,
Sie singen nicht mehr mit.
Es lauschet die Gemeine,
Es horchet auf des Wunders Schritt
Der taubeste der Steine.
Die ich erbarmend meine,
Sie hören nicht mehr mit.
Sie singen nicht das Feine,
Sie teilen Inbrunst nicht und Bitt',
Sie ruhen eng im Schreine,
Die ich zu rufen meine,
Sie wachen nicht mehr mit.
So wache ich alleine,
Und warte, bis Sankt Niklas ritt
Von meiner Tür vor deine.
0 öffne, laß ihn eine,
Die Kinder warten mit!

Ruth Hoffmann

 


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