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Seite 12 HEIMAT SCHLESIEN / KULTUR
Schlesische Nachrichten 23/2001

Wanderung der Sektion Breslau des deutschen Alpen - Vereins im Riesengebirge
Die Sektion Breslau des DAV hatte Wanderungen im Riesengebirge ausgeschrieben und am B. August fanden sich 27 Bergfreunde im Hotel Kolorowa in Krümmhübel ein. Die "Eingehtour" führte zur Kirche Wang und St. Anna Kapelle. Die erste Bergfahrt ging von der Teichmannbaude aus und führte über die Meizergrundbaude, den Melzergrund hinauf zum Schlesierhaus und dann weiter zur Koppe, wie sie liebevoll genannt wird. Nach einer Rast weiter über die Emmaquellenbaude den Eulengrund hinunter.
Die nächste Bergfahrt hatte den Ausgangspunkt Koppenplan. Über die Wiesenbaude vorbei an einer kleinen Kapelle, in der Namen erfrorener, verhungerter und sonst wie ums Leben gekommener Bergfreunde aufgezeichnet waren. Und dann kam die Geiergucke in Sicht. Was ist aus der alten Baude geworden? Ein Neubau, der nicht in diese Landschaft passt. An den Richterbauden wird gerastet, die Trinkflasche an den Mund, die erlaubterweise im Hotel gestrichenen Brote oder "man macht sich ei der Beeren", wie man in Schlesien sagt. Bald ist Petzer erreicht, ein Umtrunk lässt die Geister wieder erwachen.
Am Montag geht's den steinigen Riesengrund hinauf, wo das Schlesienhaus auf uns wartet. Weiter über die Hampelbaude, den Kleinen Teich und die steile Rodelbahn hinunter. Die letzte Wanderung führt auf den Kolbenkamm, ein bislang unbekanntes Gebiet. Anfahrt zu den Grenzbauden und dann an vielen Heidelbeeren vorbei, sie werden mitgenommen. In Kunzendorf, Kr. Landeshut endet die AbschlussfahrtDank allen Veranstaltern und Beteiligten.
Peter Braun (SN)

Auf dem Weg zur Schneekoppe


Auf den Wegen der Zisterzienser
Eine Schlesienreise 2001

Unser Leser Manfred Weinhold, Hamburg übersandte uns diesen Reisebericht, den wir gekürzt veröffentlichen:
Im September 2001 unternahmen Mitglieder der schlesischen Landsmannschaft in Hamburg eine Studienreise nach Schlesien, wo die Stätten aufgesucht wurden, von denen aus die Zisterzienser Schlesien besiedelt und urbar gemacht haben. Untrennbar ist die Geschichte dieses Landes in Ostdeutschland mit dem Siedlungswerk der Zisterzienser verbunden. Die Leitung hatte Edith Jacobs, Kulturreferentin der Landsmannschaft Schlesien Nieder und Oberschlesien , Landesgruppe Hamburg e.V.
Die Zisterzienser, nach Bernhard von Clairvaux auch Bernhardiner genannt, gehen aus der Stiftung des Klosters Citeaux in Burgund hervor, das 1098 als Reformkloster der Benediktiner gegründet wurde. Von Citeaux aus erfolgten weitere Klostergründungen, die sogenannten Primärabteien, so auch Morimond im Gebiet der Maas. Morimond war das Mutter Kloster des Klosters Ebrach bei Bamberg (1127), des ersten Zisterzienserklosters in Deutschland. Eine weitere Tochtergründung Morimonds war Altencamp bei Köln, und diese wiederum war Musterkloster des Klosters Walkenried im Harz. Dessen 1132 gegründete Tochterabtei Porte bei Naumburg an der Saale sollte später in nähere Beziehung zu Schlesien treten. In der Ordensgemeinschaft der Zisterzienser wurde der Handarbeit ein breiter Raum eingeräumt, und das hatte zur Folge, dass die 1163 nach Schlesien zurückgekehrten Söhne des 1146 vertriebenen schlesischen Herzogs Wladislaus Zisterziensermönche ins Land holten, die dann bei der Besiedlung Schlesiens große Leistungen in der Landkultivierung erbrachten.
Bereits 1163 kamen die ersten Ordensangehörigen aus Pforte in das Kloster Leubus an der Oder. 1175 war der Konvent vollständig strukturiert, und im selben Jahr wurde die Stiftungsurkunde von Boleslaus I. auf der Gröditzburg unterzeichnet. Vom Kloster Leubus aus erfolgten als Tochtergründungen die Klöster Kamenz und Heinrichau sowie das Kloster Mogile bei Krakau in Polen. Auch das bekannte Kloster Grüssau im Ziedertal führte als Tochterabtei des Klosters Heinrichau in gerader Linie auf das Kloster Leubus zurück. So nahm vom Kloster Leubus aus eine rege Siedlungstätigkeit ihren Lauf, wo dann um die Mitte des 14. Jahrhunderts unter maßgeblicher Mitwirkung der Zisterzienser bereits ca. 120 deutschrechtliche Städte gegründet und um die 1200 deutsche Dörfer angelegt worden waren.
Erste Station des Weges auf den Spuren der Zisterzienser war das im Zuge der Reformation säkularisierte Kloster Pforte in Schulpforte in Sachsen Anhalt. 1543 wurde das Kloster von Moritz von Sachsen in eine Landesschule mit Internat umgewandelt und ist es in veränderter Form bis heute geblieben. So berühmte Leute wie Kopstock, Fichte und Nietzsche haben dort ihr Wissen erworben.
Ausgangspunkt der Unternehmungen im polnisch verwalteten Teil Schlesiens war Lerchenfeld in der Grafschaft Glatz, wo von Edith Jacobs das Derhääme Häusla mit dem dazugehörigen Derhääme Stübla errichtet wurde. Das Derrhääme Häusla und das damit verbundene Gästehaus mit bisher über 10 000 Gästen ist jedem Schlesienreisenden, besonders auch Besuchergruppen, zu empfehlen. Karina Fuglinska, Radochow 144, PL 57 540 Ladek Zdroj, Tel.: 0048 74 8 14 78 02.
Erster Anlaufpunkt der schlesischen Klöster war Leubus, etwa 50 km nordwestlich von Breslau gelegen. Der heutige Klosterkomplex in den Abmessungen von 225 mal 118 Metern ist, abgesehen von der Stiftskirche, überwiegend ein Barockbau aus dem letzten Viertel des 17. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Stiftskirche wurde 1508 vollendet, zur Zeit des Klosterneubaus erweitert und barockisiert. Den katholischen Gläubigen blieb sie nach der Säkularisation bis zum Ende des Zweiten Weltkrieg als Kirche erhalten.
Das Kloster wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den Russen total verwüstet. (weiter Seite 13)


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