Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16


Seite 5 POLITIK / ZEITGESCHEHEN
Schlesische Nachrichten 23/2001

US - Außenministerium für Rückgabe alter Breslauer
Urkunden an Deutschland
Heftiger Widerspruch in Polen

Eine am 19. Mai 1263 von Bischof Anselm vom Ermland in Breslau ausgestellte Bulle ("Vellum"), die sich zur Zeit noch im Besitz des US-Kongresshauses befindet, soll an Deutschland übergeben werden. So geht es aus einem Gutachten des US-Außenministeriums hervor. 1992 hatte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Rückgabe beantragt. Heftiger Widerspruch kam jedoch von der polnischen Regierung, die Protest gegen das Gutachten einlegte, und von einer polnischen Zeitung. Dort wird darauf bestanden, dass die Urkunde an den Ort ihrer Erstellung gehöre. Deutschland wird vorgeworfen, sich nicht an diese "zivilisatorische Regel" des Herkunftsprinzips halten zu können. Die USA stelle durch das Gutachten laut "Gazeta Wyborcza" sogar die Anerkennung der polnischen Westgrenze in Frage. Der stellvertretende Direktor der polnischen Staatsarchive betonte in der Zeitung, dass sich an dieser Urkunde die "integrale Bindung" Schlesiens an Polen verdeutlichen lasse, denn sie sei während der polnischen Herrschaft über Schlesien erstellt worden. Ebenfalls wurde berichtet, dass das Koblenzer Bundesarchiv die Abgabe der Urkunde an Polen befürworte. Die Bulle gehörte zu dem einst 5300 Dokumente umfassenden Archiv des Klosters St. Vincent und wurde als Kriegsbeute 1945 in die USA gebracht. Aus ihr geht hervor, dass jedem, der das Kloster besuche, für 40 Tage Ablass seiner Sünden gewährt würde. -ma-


Eingliederungsseminar für Aussiedler

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jochen-Konrad Fromme hatte über den Bund der Vertriebenen, Kreisverband Salzgitter, interessierte Aussiedler nach Berlin eingeladen, um ihnen dort vor Ort in einem Seminar das für diesen Personenkreis erforderliche Wissen über die neuen gesetzlichen Bestimmungen zu vermitteln. Der stellvertretende BdV-Kreisvorsitzende Manfred Jaensch organisierte diese interessante Reise zum Aussiedler-Seminar, an der außer den Aussiedlern aus Salzgitter auch CDU-Ratsherr Alfred Wenzel teilnahm, der langjährig für Aussiedlerfragen zuständig ist. Nach der Ankunft in der Hauptstadt Berlin wurden die Aussiedler vom MdB Jochen-Konrad Fromme empfangen und begrüßt. Er begleitete dann die Gruppe zunächst zur Niedersachsen-Vertretung, wo ein Imbiss gereicht wurde. Nach einer Stadtrundfahrt lernten die Aussiedler den Reichstag mit der Kuppel kennen. Nach einer entsprechenden Erläuterung im Plenarsaal berichtete MdB Jochen-Konrad Fromme über seine Tätigkeit im Bundestag, wobei er vor allem über sein Wirken im Finanzausschuss des Bundestages sprach. Von großem Interesse waren für die Aussiedler die Ausführungen Frommes über die Äußerungen der gesetzlichen Bestimmungen, die die Aussiedler betreffen. Unter anderem erläuterte Fromme das Wohnortzuweisungsgesetz, wodurch ein zeitweiliger Aufenthalt in einer festgelegten Kommune vorgeschrieben ist. Er berichtete auch über Änderungen bei der Durchführung von Ausreiseanträgen sowie geänderten Sprachtests, was allerdings zur Trennung von Familien führen kann. Ein zentrales Thema der Aussiedler war daher auch die Familienzusammenführung, die einzelne Härtefälle vortrugen. Während dieser Tagung wurde auch der niedersächsische Innenminister Heiner Bartlintg kritisiert, der nach eigenem Bekunden die Zahl der Aussiedler erheblich verringern will. Bartling forderte bereits mehrfach, dass Aussiedler aus den GUS-Staaten eine gegenwärtige politische Verfolgung nachweisen müssten, was praktisch kaum möglich wäre. Manfred Jaensch appellierte übrigens an die Aussiedler, alle Fortbildungsmaßnahmen zu nutzen, um eine schnellere Integration zu erreichen.

Ratsherr Alfred Wenzel erläuterte den Aussiedlern Fragen zum Staatsangehörigkeitsrecht und zur Einbürgerung. Fortbildung, Sozialhilfe und Möglichkeiten zur Familienzusammenführung waren weitere angesprochene Themen. Wenzel sagte weiterhin, dass mangelnde Sprachkenntnisse die Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Die Einrichtung zusätzlicher Sprachkurse durch das Sozialamt bewertete er als sehr positiv. Abschließend sagte Herr Fromme, dass sich der BdV durch das lobenswerte Engagement als Anwalt und Ansprechpartner für Aussiedlererweise. Er dankte auch Manfred Jaensch und Alfred Wenzel für ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Dadurch würden sie die zuständigen Behörden wesentlich entlasten. M. Jaensch (SN)



Patenschaften zahlen sich aus

Mit dem letzten Aufruf und der Bitte, Patenschaftsabonnements für den Bezug der "Schlesischen Nachrichten" aufzugeben, hatte die Landsmannschaft Schlesien Glück. Es konnten über zehn Patenschaften hergestellt werden. Das heißt, es kam zu persönlichen brieflichen Kontakten zwischen den Paten und dem jeweiligen Patenkind, zwischen den Auftraggebern für ein Abonnement und den Empfängern. Darum auch die Zeile "Patenschaften zahlen sich aus". Bitte, sollte es Ihnen finanziell möglich sein ein Patenschaftsabonnement aufzugeben, wäre das bestimmt eine große Freude für den Empfänger, die Empfängerin in Nieder- und Oberschlesien und im Hultschiner Ländchen. Und diese Freude schlägt sich dann auch stets in der Korrespondenz nieder. Also zweimal Freude!

Gerade die Landsleute in der Heimat wollen zu Recht enge Verbindung mit den Landsleuten in der Bundesrepublik Deutschland wahrnehmen und pflegen und vor allern aufrecht erhalten. "Wir sind und bleiben eine schlesische Familie,, diesseits und jenseits der Oder-Neiße-Linie", ein wiederholt gebrauchter Satz, und es heißt, im Alltag auch diesem Satz zu entsprechen, diesen also mit Leben zu erfüllen. Und viele Landsleute haben gar keine Verbindung mehr zu Schlesiern hier, und dies gilt vielfach auch bereits umgekehrt. Die "Schlesischen Nachrichten" schaffen wieder Verbindung. Es sei auch gar nicht verheimlicht, dass sich die "Schlesischen Nachrichten" nur dank der Abonnements aufrecht erhalten lassen und überleben können. Darum ist jedes zusätzliche Abonnement willkommen. Unsere "Zeitung für Schlesien" steht und fällt mit der Zahl der Abonnements, das ist die Realität.

Ich klopfe bei Ihnen an und bitte um die Aufgabe von Patenschaftsabonnements. Nur zu gern nennen wir Ihnen dann die Empfänger.
Glückauf!
Dr. Herbert Hupka Ehren Vorsitzender


Das Buch zum Fest.
Für alle, die ihr Schlesien lieben.
Das Weihnachtsgeschenk für alle Schlesier
Rotraud Schöne, eine in Schlesien geborene Berliner Schriftstellerin, schildert in diesem bewegenden Roman das Leben einer Familie in der schlesischen Stadt Görlitz von 1920 bis kurz nach 1945.

Seite 5 POLITIK / ZEITGESCHEHEN
Schlesische Nachrichten 23/2001

Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16