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POLITIK |
Schlesische
Nachrichten 23/2001
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Polnisches
Erster Besuch des neuen Premierministers
in Berlin. Es wird berichtet, dass es schon zuvor gute Beziehungen
zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem seinerzeitigen Vorsitzenden
der PostKommunisten (SLD) Leszek Miller gegeben habe. Als Premierminister
wollte Miller mit seinem ersten Auslandsbesuch, noch vor Abgabe der Regierungserklärung,
die aus seiner Sicht engen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen
bekunden. Gegenstand der Gespräche sei vor allem der Beitritt Polens zur
Europäischen Union gewesen. Allerdings erscheine es "als völlig unzureichend",
so die Warschauer Zeitung "Rzeczpospolita", "dass die so
oft sowohl in Berlin als auch in Warschau wiederholten Beschwörungen,
dass die erste Etappe der Osterweiterung der EU ohne Polen unvorstellbar
sei. Das ist aber vorstellbar. Es muss ein Kompromiss gefunden werden,
der einerseits für die Deutschen akzeptabel ist, die Sorge um die Arbeitsplätze
haben, und andererseits keine zusätzlichen Fragen bei dem polnischen Volksbegehren
über die Aufnahme Polens in die EU hervorrufen wird, weil die Polen Angst
vor dem Ausverkauf ihres Grund und Bodens an Ausländer haben". In
Berlin erklärte Schröder, dass man deutscherseits grundsätzlich an der
Frist von sieben Jahren für den freien Zugang polnischer Arbeitskräfte
auf dem deutschen Arbeitsmarkt festhalte, doch könne ein derartiger Vorbehalt
flexibel gehandhabt werden. Die Bundesregierung habe Verständnis für den
polnischen Wunsch nach einer Frist von 18 Jahren für den Erwerb von Immobilien,
Schröder meinte aber feststellen zu können, dass Polen inzwischen statt
18 Jahren jetzt 12 Jahre Aufschub für den Bodenerwerb plane. Man wird
bald sehen, was aus all diesen Vorbehalten in den Abschluss der Verhandlungen
zum EU-Beitritt einmündet.
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"Polens Premier reaktiviert die Kommunisten", wie der
Warschauer Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" Thomas Urban,
seinen Bericht über personelle Neubesetzungen betitelt hat. Sowohl der
Staatspräsident Aleksander Kwasniewski als auch Premierminister Leszek
Miller hatten bis zur Wend hohe Funktionen in Partei und Staat des kommunistisch
beherrschten Polens inne, "eine ähnliche Karriere haben elf der 16
Woiwoden hinter sich, die nun von Miller als Verwaltungschefs der Regionen
des Landes berufen wurden." Auch ein neues "Durchleuchtungsgesetz"
soll dem Parlament vrgelegt werden. Das im vorigen Sejm beschlossene Gesetz
sieht vor, dass Mitarbeiter des kommunistischen Geheimdienstes von verantwortlichen
Positionen des Staates ausgeschlossen sind. Das soll jetzt anders gefasst
werden, liberaler im Sinne der jetzt vorherrschenden Post-Kommunisten!
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Die neue Regierung beschließt Steuererhöhungen. Für das kommende
Jahr ist eine Steuererhöhung von 4,2 Milliarden Zloty (etwa 2 Milliarden
DM) vorgesehen. Geplant sind Steuererhöhungen für die oberen Einkommensstufen
und eine Steuer auf Zinserträgen. Bestimmte Steuererleichterungen wie
beim Bau neuer Häuser sollen gestrichen werden. Es wurde angekündigt,
dass der Haushalt 2002 auf rund 5 Prozent des Bruttosozialinlandproduktes
begrenzt werden soll.
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Präsident Aleksander Kwasniewski in Moskau, Wladimir Putin im Januar
2002 in Warschau. Nach dem Besuch von Kwasniewski Mitte Oktober in Moskau
erklärte das Staatsoberhaupt der Russischen Föderation, Wladimir Putin:
"In unseren gegenseitigen Beziehungen gibt es praktisch keine heiklen
Fragen mehr. Das sind gute Voraussetzungen für einen Aufschwung."
Im Handel habe sich laut Putin der Wert des Handels im Jahre 2000 auf
über fünf Milliarden Dollar belaufen. Überdies stelle die wirtschaftliche
Entwicklung Polens "ein gutes Beispiel" für die russische Wirtschaft
dar. Kwasniewski führte nach seiner Rückkehr aus, dass Warschau auf keinen
Fall am jetzigen Status der russischen Enklave Königsberg rütteln werde.
Polens Staatspräsident unterließ nicht die Feststellung, dass sein Land
weiterhin eine zweite Erweiterungsrunde der NATO unterstützen werde. Dies
wurde angesichts der bestehenden Proteste Russlands gegen eine Erweiterung
der NATO um die drei baltischen Staaten ausgesprochen. Kwasniewski meinte
sogar, dass angesichts der gegenwärtigen Zusammenarbeit zwischen Washington
und Moskau bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus auch Russland
in ferner Zukunft zur NATO gehören könnte. Für den Beginn des Jahres 2002
wurde ein Besuch Putins in Warschau verabredet, der letzte Besuch eines
russischen Staatspräsidenten war der von Boris Jelzin im Jahre 1993.
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"Nach der Wahlniederlage ist Jerzy Buzek als Parteivorsitzender
zurückgetreten. Vor dem Kongress der Wahlaktion Solidarität erklärte
der bisherige Premierminister und Parteivorsitzende, Jerzy Buzek, dass
er zu den Erfolgen und Errungenschaften seiner Regierung Polens Beitritt
zur NATO, den Fortschritt bei den Verhandlungen mit der Europäischen Union
sowie die Einführung umfassender Reformen zähle. Buzek gab zu, "dass
interne Streitigkeiten und der mangelnde Zusammenhalt die Hauptsünden
der AWS gewesen seien", meldete PAP. "Die Partei habe die Wahlen
verloren, weil sie es nicht vermochte, die Öffentlichkeit über die wichtigsten
Errungenschaften zu informieren, obwohl diese bereits erste Früchte tragen."
Für eine Übergangzeit wurde Senator Mieszysiaw Janowski zum Vorsitzenden
gewählt. Es wird gemeldet, dass Jerzy Buzek wieder seine Professur an
der Technischen Hochschule in Gleiwitz einnehmen wird.
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Polens Luftlinie LOT in Bedrängnis. Durch die in Liquidation geratene
Fluglinie SWISS AIR ist auch LOT schwer betroffen. Die Posener Wochenschrift
"WPROST" schrieb: "Unsere nationale Fluglinie hat die Leasingkredite
nicht zurückbezahlt, die ihr für 50 Flugzeuge gewährt wurden. In diesem
Jahr hat die Fluglinie außerdem rote Zahlen geschrieben, und wenn sich
in nächster Zeit kein Käufer für die Aktien findet, die SWISS AIR an LOT
besitzt, könnte es bedeuten, dass die Fluglinie LOT dieses Jahr nicht
mehr überleben wird." Schon jetzt hofft man, durch Entlassungen Einsparungen
in einer Höhe von 15 Prozent zu erreichen. Es wird gleichzeitig der Vorwurf
erhoben, dass LOT eine Privatisierung zu spät in Angriff genommen habe.
Für den September war überdies mitgeteilt worden, dass die Zahl der Kunden
der Linie um ganze zehn Prozent zurückgegangen ist.
SN
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