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auf die Sendung
"Alte und neue Heimat"
"Lichtpunkte setzen im Dunkel des Lebens" Im Vorwort von Msgr. Dr. Paul Mai vom Institut für ostdeutsche Kirchen- und Kulturgeschichte erfahren wir, dass die Arbeit von Jans Leichsenring für das KardinalBertram-Stipendium geschrieben und als Magisterarbeit vom Institut für Geschichtswissenschaft/Zeitgeschichte unter Professor Dr. Ludwig Herbst, Humboldt Universität Berlin, angenommen worden ist. Richtig ist, dass ein Desirat vorlag, nachdem über die drei anderen katholischen Hilfsstellen und Hilfstätigkeiten für "nichtarische Katholiken" in Berlin, Freiburg und Wien in den letzten Jahrzehnten berichtet worden ist. Für Oberschlesien lag ein Auftrag, sich dieses Personenkreises fürsorglich anzunehmen, durch den Breslauer Erzbischof Kardinal Adolf Bertram an Gabriele Gräfin Magnis in der oberschlesischen Stadt Beuthen seit 1937 vor. Gabriele Gräfin Magnis wurde 1896 als zweites von zehn Kindern in Eckersdorf im Kreise Glatz geboren, verließ früh das Elternhaus und wollte selbst den Weg in die Welt einschlagen. Sie wurde Sozialfürsorgerin, kam 1928 nach Beuthen in Oberschlesien, wo sie zuerst in einer Polizeidienststelle, vom preußischen Innenministerium bezahlt, ihren Dienst tat, nach 1933 ausschließlich in der katholischen Caritas-Fürsorge. Der neue ihr vom Kardinal erteilte Auftrag war ihr willkommen und sie füllte ihn bis zum Kriegsende aus. Eine um Informationen bemühte Arbeit wird vorgelegt und alles zusammengetragen, was zum Tun und Wirken der Gräfin Magnis für die durch die nationalsozialistischen Rassengesetze stigmatisierten, ausgegrenzten und verfolgten Mitbürger zu erfahren gewesen ist. Zeitzeugen konnten nach über 50 Jahren kaum noch befragt werden, eine aufklärende Korrespondenz lag nicht vor, aber es wurde wenigstens im Archiv des Deutschen Caritasverbandes nachträgliche Aufzeichnungen der Gräfin Magnis und Auszüge aus ihren Tagebüchern, soweit diese von Familienmitgliedern freigegeben worden sind, benutzt. Was an Tatsachenmaterial ausgebreitet werden kann, ist höchst spärlich und darum auch das Fazit, das gezogen werden darf, leider gering und nicht gerade vielsagend. Man erfährt eigentlich nur, dass es diesen Auftrag zur Sorge um die katholischen "Nichtarier" und deren mitbetroffenen Familienmitglieder gegeben hat und dementsprechend auch gehandelt worden ist. Ab das darzustellen, hätte es nicht einer ausführlichen wissenschaftlichen Arbeit mit 455 Anmerkungen zu 106 Textseiten bedurft. Um das NichtwissenKönnen zu neutralisieren, wird ausführlich auf Grundsätze und Praktiken des Episkopats im Umgang mit der katholischen "Nichtariern" verwiesen, werden die Aktivitäten in Berlin. Freiburg und Wien ausführlich behandelt. Streckenweise liest sich die Schrift als eine trotzige Widerrede gegen Kardinal Adolf Bertram, der gleichzeitig der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz gewesen ist. Um dies auch gründlich zu tun, sind die Zitate, unter Bezug auf Ludwig Volk, die wohl kritischste Stimme gegenüber Bertram, in der Wiederholung zu lesen. Es erscheint darum der Breslauer Erzbischof infolge seiner "Eingabepolitik", seiner "Konfliktvermeidung", seiner Sorge um das Überleben der Kirche als bewusster Schwächling. Er hätte auch angesichts der katholischen "Nichtarier" nicht nur pastoral und caritativ denken und handeln sollen, sondern kirchenpolitisch, menschenrechtlich. Ein wenig mehr Ausgewogenheit im Urteil, und dies dann nicht lediglich aus heutiger Sicht, wäre angebracht gewesen. Ein
Denkmal, falls dies beabsichtigt gewesen sein sollte, konnte nicht
errichtet werden. Leider wird auch gar nicht danach gefragt, warum
nicht in Breslau selbst, dem Sitz des Bistums, wie auch in Berlin,
Freiburg und Wien eine derartige Hilfsstelle errichtet worden ist.
Auch scheint Gabriele Gräfin Magnis über den örtlichen
Bereich hinaus nicht wirksam geworden zu sein. Ein Desirat gibt
es nun nicht mehr, aber mit den anderen Bistümern kann sich
angesichts dieser spärlichen Auskünfte das Breslauer Bistum
nicht messen.
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