50-jähriges Jubiläum der Landsmannschaft Schlesien Landsberg am Lech
Die Landsberger
Landsmannschaft Schlesien feierte am 19. Oktober ihr 50jähriges
Bestehen. Ein schönes Festprogramm hatte der 1. Vorsitzende
KlausDieter Riedel zusammengestellt, das lokale Gruppen gestalteten.
So traten der Gesangverein Frohsinn, Volkstanzgruppen aus Landsberg
und dem benachbarten Kaufering mit ihren Darbietungen vor zahlreichen
Gästen auf. Delegierte der schlesischen
Landsmannschaften aus Bayern, die am Anschluss an ihre Tagung die
Veranstaltung besuchten, freuten sich mit den anderen Ehrengästen.
Herr Helmut Riedel, der Landesvorsitzende sprach Grußworte,
"50 Jahre bedeuten Einstehen für Kultur, Sitten und Bräuche
der Heimat und Bekenntnis zu Schlesien in Bayern, einem Land, das
selbst Vorbild für Heimatbewusstsein
und gelebtes Volkstum ist..."
Der Bürgermeister
der Stadt würdigte die Leistung der Vertriebenen im Stadtund
Landkreis und Herr Thomas Goppel, der Generalsekretär der CSU
meinte, dass die schlesischen Heimatvertriebenen längst fester
Bestandteil im gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen
Leben seien, er nannte Zahlen der Zuwanderungen
in Bayern und konnte sich angesichts der Berlin-Wahl nicht verkneifen,
auf die prekäre Situation und das falsche Signal hinzuweisen,
das ein mögliches Zusammengehen der SPD mit der PDS, deren
Vorgängerpartei für den Bau der Mauer verantwortlich war,
setzen würde. Herr Dr. Gotthard Schneider vom Schlesierverein
München fand in seinem gekonnten Festvortrag über den
Mundartdichter Ernst Schenke zurück zur schlesischen Kultur.
Frau Elisabeth Bräuer mit einem Gedicht von Hans Niekrawitz
und Frau Erika (Elfie) Young geb. Bräuer mit "Wenn ich
hoch oben geh ..." von Carl Hauptmann und einem eigenen Gedicht
brachten einmal mehr die schlesische Lyrik in Erinnerung, wie es
auch der Gesangverein mit einem Eichendorff-Lied tat. Herr Eduard
Lehmann erinnerte auch an die Gründung der Schlesischen Jugend
durch Herrn Stiebler 1951, die danach von Erika Bräuer im Jahre
1954 übernommen wurde und manchmal mit Hilfe ihrer Tochter
Elfie und anderen Helfern bis zu ihrem Tode geführt wurde.
Leider sind die wenigsten der ehemaligen Jugendlichen in die Landsmannschaft
eingetreten. Von den noch lebenden Gründungsmitgliedern wurden
vom 1. Vorsitzenden geehrt, Frau Beudel (89 Jahre!), Herr Mende
und Herr Roesch. Frau Meyer bekam von Bürgermeister Kreuzer
die Kreisehrennadel für die Leitung der Frauengruppe. Jugend-Ensemble
"Piccolo" trat in Neuss auf Mit einer Überraschung der besonderen Art wartete jetzt die Kreisgruppe Neuss der Landsmannschaft Schlesien auf. Sie hatte zu einem, in dieser Art und Weise heute nicht mehr alltäglichen Konzert in das KardinalFrings-Haus eingeladen. Dies fand allerdings nicht das erwartete Echo. Die geringe Besucherzahl beruhte unter anderem auf dem ungünstigen Termin: Freitag, 1730 Uhr. Aus Anlass eines Treffens im Rahmen der Partnerschaft zwischen Recklinghausen und Beuthen in Oberschlesien hatte der deutsche Partner das schlesische Kinderund Jugend-Ensemble 'Piccolo,' eingeladen und für ein KurzGastspiel verpflichtet. "Piccolo" war schon während der Landesgartenschau in Grevenbroich aufgetreten und hatte dort große Beachtung gefunden. Diejenigen, die den Weg ins KardinalFrings-Haus gefunden hatten, erlebten einen Auftritt, der Entzücken und Begeisterung auslöste. Die Zuhörer waren sichtlich erstaunt darüber, dass es auch heute noch Jugendliche gibt, die sich mit großen Engagement der volkstümlichen Musik in ihrer ganzen Brandbreite widmen und dabei unter anderem Instrumente wie das Xylophon exzellent beherrschen. Die rund 40 Jungen und Mädchen, die zudem in Tracht auftraten und damit für ein zauberhaftes, buntes Bild sorgten, besuchen in ihrer Heimatstadt Beuthen die dortige Musikschule. Ihre Leiterin ist Professorin Edeltraud Spura. Sie begleitete die Kinder und Jugendlichen nun auch nach Neuss und dirigierte das Konzert. Erstaunlicherweise beherrschten die anwesenden Kinder und Jugendlichen die deutsche Sprache. Schließlich stand sie in Schlesien 45 Jahre lang auf dem Index. In der Öffentlichkeit durfte in dieser Zeit kein deutsch gesprochen werden" wohl aber nutzten die Schlesier ihre Muttersprache im privaten Familienkreis. Jetzt werden zwar in sieben Grundschulen und vier Gymnasien in Beuthen wöchentlich zwei Stunden Deutsch unterrichtet, dafür steht aber nur eine Lehrkraft zur Verfügung. Zu den Gästen, die der Vorsitzende der Landsmannschaft Schlesien im Kreis Neuss, Theo Jantosch, begrüßte, gehörte auch die stellvertretende Bürgermeisterin in Neuss, Angelika Quiring-Perl, die sich über die "herrliche Gruppe" freute. Mit dieser Wertung stand die Ratsfrau nicht allein. Das Konzert war ein vollendeter Genuss, der sich insbesondere bei den Darbietungen der zahlreichen Solisten einstellte. Unter anderem wirkte auch der Neusser Hans Fortkamp als Solist mit. Das Repertoire, dass geboten wurde, war sehr groß. Es reichte von der einleitenden "Hymne an die Freude" - eine Komposition von Ludwig van Beethoven - über Werke von Johann und Josef Strauß bis hin zum Volkslieder-Potpourri sowie aktueller Musik aus Oberschlesien. Die Texte waren in deutscher Sprache verfasst. Ohne Zugabe ließ das begeisterte Publikum "Piccolo" nicht von der Bühne gehen: Zum Schluss erklang das alte Bergmannslied "Glück auf". SN
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