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Schlesische Nachrichten 20/2001

Soldatenfriedhof in Dürr-Arnsdorf eingeweiht
Bereits im Mai dieses Jahres wurde in DürrArnsdorf, Kreis Neisse ein Soldatenfriedhof eingeweiht. Im März 1945 hatten in diesem Raum deutsche Soldaten sechs Wochen lang ihre Stellung gegen vorrückende sowjetische Einheiten verteidigt und damit vielen Einwohnern und Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben, sich in Sicherheit zu bringen. Zum Gedenken an die gefallenen Soldaten erinnert nun ein "Friedenskreuz" genanntes Friedhofskreuz, vier mit den Namen der Gefallenen versehene Gedenksteine und ein zusätzlicher Gedenkstein in deutscher und polnischer Sprache an das Schicksal dieser zum Teil nicht einmal volljährigen Soldaten.
SN

Das Friedenskreuz auf dem Soldatenfriedhof in Dürr-Arnsdorf trägt die Inschrift:
DONA NOBIS PACEM - HERR GIB UNS FRIEDEN - PANIE LIDZIEL NAM POKOJU.


Großer naturbehauener Gedenkstein auf dem Soldatenfriedhof in Dürr-Arnsdorf.
Fotos: Alfred Harnich


Von Westpreußen bis Ägypten und Schlesien mittendrin - Graphiken von Hugo Ulbrich (1867 -1928)
Sonderausstellung wird in Breslau und Jauer gezeigt

Die Sonderausstellung "Von Westpreußen bis Ägypten und Schlesien mittendrin. Graphiken von Hugo Ulbrich (1867 -1928)", die als Ausstellung des Museums für schlesische Landeskunde noch bis Ende Oktober im ehemaligen schlesischen Zisterzienserkloster Leubus zu sehen ist, wandert weiter. Als nächste Station wird sie vom 13. November 2001 bis zum 06. Januar 2002 im Historischen Museum von Breslau gezeigt. Anschließend übernimmt das Regionalmuseum in Jauer die Graphiken für den Zeitraum vom 11. Januar bis 17. März 2002.

Hugo Ulbrich ist ein bedeutender schlesischer Graphiker, der viele Motive seiner Heimat zeichnerisch und druckgraphisch festgehalten hat. Sein großes Talent wurde schon früh von Preußens maßgeblichem Künstler dieser Zeit, Adolf Menzel, erkannt, der ihn förderte. Ulbrich wirkte an der Entstehung eines umfangreichen Sammelwerks mit, dem "Bilderwerk schlesischer Kunstdenkmäler" aus dem Jahr 1903. Er schuf viele Ansichten von Breslau, darunter die sehr bekannte großformatige Radierung des Breslauer Rathauses. Auf zahlreichen Reisen quer durch Deutschland und Europa, so auch nach Italien und Ägypten, entstanden international beachtete Kunstwerke. Ulbrichs Oeuvre zeichnet sich durch eine souveräne und detailgenaue Wiedergabe der dargestellten Objekte mit der sie umgebenden Landschaft aus. Seine Arbeiten besitzen deshalb neben dem künstlerischen auch hohen dokumentarischen Wert, denn viele Motive existieren heute nicht mehr oder präsentieren sich dem Betrachter in verändertem Umfeld.

Auskünfte: Museumsleiter Dr. Kaiser,
Tel. 0 22 44/ 886 232 SN

Eine Kirchenglocke aus Reesewitz

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde wegen Rohstoffmangel von der Deutschen Führung angeordnet: "Alle Kirchenglocken sind auf Meldebogen zu erfassen und sind bis auf Ausnahmegenehmigungen an das Reich abzugeben." Die Ostholsteiner Gemeinde Ratekau verlor dadurch ihre beiden größten Kirchenglocken.

Sechs Jahre nach de Kapitulation bekam Ratekau eine Patenglocke aus der Gemeinde Reesewitz, die den Krieg auf dem Glockenfriedhof in der Nähe Hamburgs überlebt hatte.

Diese Patenglocke aus dem schlesischen Land der 522 Einwohner-Gemeinde Reesewitz Krs. Oels läutete 1951 zur goldenen Konfirmation zum ersten Male in Ratekau. Im Jahre 1962 bekam Ratekau zwei neue Kirchenglocken und die schlesische Glocke klang dann noch 16 Jahre in der neu erbauten Kapelle in Sereetz zu Ehren Gottes.

Bis 1978 klang die Reesewitzer Glocke in Sereetz, dann erhielt die Gemeinde Sereetz 2 neue Glocken, da die alte schlesische Glocke laut Nachricht vom Kirchenkreis in Eutin in ihre Heimat zurück sollte, laut einem Abkommen der polnischen Regierung mit der Bundesregierung.

Seit dieser Zeit steht die Glocke von 1747 mit der Inschrift Siegmund Borowski, stumm und sprachlos auf einem Sockel neben der Sereetzer Kirche.
Rudi Wenzel (SN)

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