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Schlesische
Nachrichten 19/2001
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Nissa, das frühere Neisse, so heißt es wieder einmal über Neisse, das auch das oberschlesische Rom genannt wird. Früher schon und auch heute heißt in deutscher Sprache Neisse so und nicht anders, der Zusatz "das frühere Neisse" ist darum falsch. Daran ändert auch nichts, dass im Polnischen Neisse Nissa genannt wird. Eine weitere Falschaussage in einem Werbeprospekt für Flugreisen und Zugfahrten: Wroclaw, Warschau, Krakau steht zu lesen. Im Deutschen heißen nicht nur Warschau und Krakau so, sondern auch Breslau! Aber auch das ist eine nicht genaue Berichterstattung, wenn der Geburtsort 1946 Kattowitz gewesen ist. Im Polnischen heißt tatsächlich Kattowitz Katowice, aber auf deutsch auch weiterhin und aus vollem Recht Kattowitz. Warum aber schreibt man im Deutschen Katowice? Es gilt aufzumerken, dass nicht deutsche Namen und deutsche Geschichte tendenziös aus dem allgemeinen Bewusstsein verdrängt werden. Aber nicht nur in den "Schlesischen Nachrichten" sollte gegen die Geschichtsklitterung opponiert werden, der bewusste deutsche Staatsbürger ist zu Widerspruch und Richtigstellung aufgefordert.
"Breslau am Rhein", unter diesem einladenden Titel steht das gegenwärtige Programm des Polnischen Institutes in Düsseldorf. Im deutschen Text wird durchweg die Hauptstadt Schlesiens von der polnischen Leitung des Düsseldorfer Institutes Breslau (und dies ohne jegliche polnische Übersetzung in Klammern oder mit Beistrich) genannt. Im Begleittext tut man sich angesichts des polnischen Blickwinkels doch etwas schwer, auch wenn das deutsche Breslau nicht ganz verschwiegen werden kann: "Breslau zog bereits seit dem Mittelalter zahlreiche Menschen aus den westeuropäischen Staaten an, und seit Beginn des 13. Jahrhunderts wurde es infolge der Anwerbungsund Besiedlungspraxis der Piastenherzöge das Ziel intensiver deutscher Zuwanderung. Deren Hauptteil bildeten Kaufleute und Handwerker, die bald die Macht in der Stadt übernahmen und damit eine starke Basis für die städtische Selbstverwaltung schufen." Trotz einer mühevollen Umschreibung kann nicht geleugnet werden: Breslau war und ist eine deutsche Stadt. Diese geschichtliche Tatsache umschreibend heißt es dann: "Breslau behielt durch die Jahrhunderte hindurch seine Identität als Begegnungsstätte der Nationen, der Konfessionen und der Kulturen." Allerdings eine recht verkrampfte Annäherung an die geschichtliche Wahrheit!
In Breslau ganz neu: Einkaufszentrum mit 100 Läden und Hotel mit 140 Betten. Der in Hamburg ansässige Otto-Versand mit seinem Geschäftsunternehmen ECE und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank und der Immobilien-Aktiengesellschaft IVG hat jetzt in Breslau die "Galeria Dominikanska" eröffnet. Es ist das Gelände des früheren, von den deutschen Heimkehrtouristen gern besuchten Hotels "Panorama". Die Bauzeit hat zwei Jahre gedauert, das dazugehörige Hotel von OrbisAccor ist fast fertig gestellt. Sieben Tage in der Woche ist die Einkaufsgalerie geöffnet, sonntags erst ab 11 Uhr nach den Gottesdiensten. Die vermietete Einkaufsfläche beläuft sich auf 30 000 Quadratmeter. Bekannte deutsche Verkaufsfirmen haben sich bereits eingemietet. Es heißt, dass "ein gestaffeltes Mietsystem auch kleineren Einzelhändlern erlaubt, in das luxuriöse Center einzuziehen". In einem Bericht war zu lesen: "Das Center schafft Arbeitsplätze für tausend Personen und soll dazu beitragen, die malerische Altstadt von Breslau zu beleben."
Die schönsten Berghütten: Die Breslauer Hütte, wie jetzt der "Münchner Merkur" berichtet hat. Die Breslauer Hütte liegt vor der 3744 Meter hohen Wildspitze in den Ötztaler Alpen in Nordtirol. Die Breslauer Hütte auf 2828 Metern Höhe wurde "im Jahre 1882 von begeisterten Alpenvereinsmitgliedern aus Schlesiens Hauptstadt Breslau errichtet." Schon 14 Jahre später musste ein größeres Haus gebaut werden. Erst 1955 hat sich dann die Sektion Breslau des Deutschen Alpenvereins wieder neu gebildet. Die österreichischen Pächter Christian und Roswitha Schreiber sorgen für das leibliche Wohl.
Ziel: Die Geschichte der ehemaligen deutschen Ostgebiete zu entlügen, so steht es im Programm des Hauses der DeutschPolnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz. Das Projekt, das seit 1997 durchgeführt wird, heißt: "Lokale Geschichte am Beispiel ausgewählter Kreise, Städte und Gemeinden". Mit den Kreisen Ratibor, Neiße und Namslau wird das Programm jetzt fortgesetzt. Man wendet sich vor allem an die neu angesiedelte Bevölkerung, um dieser die geschichtliche Wahrheit der Jahrhunderte vor 1945 zu vermitteln. Bislang war die deutsche Vergangenheit verschwiegen worden.
Germanist Eugeniusz Klein in Grünberg 70 Jahre alt. Am 30. September 1931 wurde er in Karf bei Beuthen geboren. Das Polnische musste er erst lernen, sein Name Klein wurde amtlich verändert und polonisiert. Bis zu seiner Emeritierung war er Direktor des Germanistischen Institutes der Pädagogischen Hochschule in Grünberg. Soeben sind im Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn in Würzburg unter dem Titel "Tradition und Gegenwart" Studien zur Literatur Schlesiens erschienen.
In Sorge um die polnische Minderheit in Litauen. Im Gegensatz zur Regierung der Bundesrepublik Deutschland tritt die Republik Polen in regelmäßig gepflegten Kontakten mit der litauischen Regierung für die polnische Minderheit in Litauen ein. Erst jetzt wieder fand ein Gespräch auf höchster Ebene statt, das heißt zwischen den Ministerpräsidenten. Thema war ein Regierungsabkommen über die Schreibweise polnischer Vor- und Nachnamen in Litauen. "Wir sind zu Verhandlungen über ein solches Abkommen und zu dessen Unterzeichnung bereit", sagte Litauens Ministerpräsident Algirdads Braözauskas gegenüber dem polnischen Premierminister Jerzy Buzek. Die in Litauen wohnenden Polen fordern die polnische Schreibweise ihrer Namen. Die Regierungschefs kündigten an, dass die Bildungsministerien noch in diesem Jahr ein langfristiges Bildungsprogramm für die polnische Minderheit in Litauen vorbereiten werden. Deutscherseits hat erst jüngst die Bundesregierung durch Staatsminister Dr. Juliar Nida-Rümelin die Öffentlichkeit wissen lassen, dass grenzüberschreitende Kulturprogramme davon frei sein müssten, die Identität der Deutschen und deren Pflege sowie Aufrechterhaltung sich zum Ziel zu setzen. Man kann der Bundesregierung nur empfehlen, sich an den polnischlitauischen Aktivitäten ein Beispiel zu nehmen.
Rückläufiger
Tourismus.
Aus einem Bericht der Obersten Kontrollkammer, von der die Zentralen für
Tourismusinformationen überprüft werden, geht hervor, dass die
Anzahl der ausländischen Touristen in Polen zurückgegangen ist.
Es sind die Gewinne, die ausländische Touristen einbringen in den
letzten Jahren erheblich gesunken. Für die Jahre zwischen 1997 und
2000 betrug der Rückgang 31 Prozent, der Gewinn sank von 8,7 Milliarden
auf 6 Milliarden Dollar. "Mangelnde Sicherheit, schlechte Straßen
und ein Service, der zu wünschen übrig lässt, das ist es,
was ausländische Touristen an unserem Lande in erster Linie aussetzen",
wie die polnische Presseagentur PAP aus dem Bericht zitierte. Zur Begründung
des Rückganges wird auch angeführt, dass der Aufenthalt in Polen
nur kurz bemessen sei und auch weniger Geld ausgegeben werde. Von den
Touristen würden nur 34 Prozent zur Erholung Polen aufsuchen. An
erster Stelle unter den Touristen werden die Deutschen genannt, es folgen
Touristen aus Amerika, Holland, Frankreich, der Tschechischen Republik
und der Ukraine.
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