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01. September 2001
24 Millionen Mark Verlust beim Zwangsarbeiterfonds
Bartosch Jalowetzki entlassen

Die polnische Regierung hat den Vorsitzenden der Stiftung "Deutsch-polnische Versöhnung", Bartosz Jalowiecki, entlassen. Die Stiftung ist zuständig für die Verteilung des Geldes aus der Bundesrepublik Deutschland an ehemalige polnische Zwangsarbeiter. Dem mit 30 Jahren ungewöhnlich jungen Vorsitzenden wird die Hauptverantwortung für Fehlkalkulationen zugeschrieben, die bisher 24 Millionen Mark Verlust erbracht haben. Noch wesentlich höhere Verluste werden erwartet.

Ursächlich für die Verluste ist, laut der polnischerseits eingesetzten Untersuchungs- kommission unter Vizepremier Janusz Steinhoff, das riskante Finanzgebahren Jalowieckis. Dieser hatte darauf bestanden, die vereinbarten Entschädigungssummen in Zloty und nicht in Mark ausbezahlt zu bekommen. Die Zloty wollte er auf einem Bankkonto für einige Zeit parken, um von den zur Zeit hohen Zinsen in Polen zu profitieren und zusätzliches Geld zu erlösen.

Das Vorhaben blieb allerdings nicht geheim und Währungsspekulanten nahmen die hohe Transfersumme zum Anlaß, den Kurs des Zloty in die Höhe zu treiben. Durch die Wertsteigerung des Zloty gegenüber der Mark wurden weniger Zloty je Mark beim Umtausch erlöst. Es sind hohe Kursverluste entstanden, die vermutlich zu Lasten der Opfer gehen werden. Jalowiecki machte die deutsche Seite für die Verluste verantwortlich. Die polnische Untersuchungskommission hat dem aber widersprochen. Ob es einen Ausgleich für die Verluste geben wird und wer dafür in Frage kommt, ist bisher unklar. Die deutsche Seite hat sich bereits für nicht zuständig erklärt. Durch die Währungsspekulationen des Herrn Jalowiecki ist in jedem Fall ein unwürdiges Kapitel an die Geschichte der Zwangsarbeiterentschädigung angefügt worden. Mit Stiftungsgeld kann man so nicht umgehen.

Thomas Helm (SN)