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Die deutschen Kommunisten
wollen mitregieren
Herbert Hupka - Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien
Selbstverständlich wissen wir, dass in dem
einen oder anderen Staat des ehemaligen Ostblocks unter sowjetischer
Führung heute Postkommunisten bereits mitregieren, ja sogar
die beherrschende Mehrheit bilden. Das gilt für Rumänien,
in eingeschränktem Maße für Litauen. In Polen
zeichnet sich ab, dass nach den Sejmwahlen, wie bereits während
der vorangegangenen Wahlperiode bis 1997, Postkommunisten wieder
das Sagen haben werden. In der Slowakei, in der Tschechischen
Republik drohen antikommunistische Mehrheiten zu zerbrechen.
In Bulgarien ereignete sich soeben die Ablösung der bürgerlichen
Regierung und der zur Regierungsübernahme angetretenen
Postkommunisten durch einen Regierungschef, der als Königsnachfolger
von Kommunisten jahrzehntelang ins Exil verbannt war. Aber das
ist das Geschehen in Nachbarstaaten oder anderen Staaten Europas.
Die Entscheidung über die Zukunft ist jedem Volk selbst
aufgetragen.
Darum haben wir uns darum zu sorgen, wie unser Deutschland regiert
wird. Nachdem unser Volk zwei Diktaturen in Folge erfahren und
erlitten hat, bekennt sich die übergroße Mehrheit
zur Demokratie, zum freiheitlichen Rechtsstaat. Aber dieses
Bekenntnis ist, ehrlich gesprochen, heute gar nicht mehr so
selbstverständlich und einmütig. Eine Rückkehr
der Nationalsozialisten und damit der Verantwortlichen für
die Diktatur von 1933 bis 1945 ist ausgeschlossen. Und das ist
gut so. Aber wie verhält es sich mit dem Kommunismus auf
deutschem Boden.
Eine Nachfolgepartei der NSDAP hatte es nur in Anfängen
gegeben und dann war dies zu Ende. Es gibt aber eine Nachfolgepartei
der kommunistischen SED namens PDS. In Mitteldeutschland, das
so gern Ostdeutschland genannt wird, hat diese PDS eine erstaunliche
Zahl von Anhängern. Dies mit gesundem Menschenverstand
zu begreifen, fällt äußerst schwer, aber dem
ist nun einmal so. Viel bedenklicher jedoch, ja geradezu gefährlich
ist die Machtteilhabe, die diese PDS bereits errungen hat. Zu
nennen ist die Landesregierung von Sachsen?Anhalt, wo die SPD
nur dank der Tolerierung durch die PDS regiert. In Mecklenburg?Vorpommern
sitzt die PDS mitten in der Regierung. Die jüngste Entwicklung
offenbart uns die Machtposition der PDS in Deutschlands Hauptstadt
Berlin. Mit Unterstützung der PDS wurde die CDU/SPDKoalition
unter dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen gestürzt
und der Sozialdemokrat Klaus Wowereit neuer Regierender Bürgermeister!
Die Erben von Walter Ulbricht und Erich
Honecker ? die SED?Nachfolgepartei PDS ?regieren uns demokratische
Deutsche bereits mit. macht werden soll. Zwölf Jahre nationalsozialistische
Diktatur werden 55 Jahre danach immer noch aufgearbeitet. Aber
45 Jahre kommunistische Diktatur sollen nach noch nicht zwölf
Jahren bereits vergessen gemacht werden. So geht das doch wohl
nicht!
Dass Demokraten mit Mehrheit regieren,
ist eine Selbstverständlichkeit. Aber nicht selbstverständlich
ist es, sich die Mehrheit mit Hilfe von Feinden der Demokratie,
mit Erben einer Diktatur beschaffen zu wollen. Was jetzt in
Berlin geschehen ist, die Kumpanei der SPD einschließlich
dem Bündnis 90/Die Grünen mit der PDS soll, wie nicht
ohne Grund gefolgert wird, ein Vorspiel sein für die gesamte
Bundesrepublik Deutschland, wenn die Mehrheitsverhältnisse
es notwendig machen würden.
Noch durfte man sagen, der Zusammenschluss
von Sozialdemokraten und Kommunisten im April 1946 im Herrschaftsbereich
des sowjetisch besetzten Teils von Deutschland wurde gewaltsam
vollzogen. Aber jetzt bestimmt keine Gewalt, sondern ausschließlich
der freie Wille. Nur aus dem Grunde, um an der Macht zu bleiben
oder die Macht zu erringen, gehen heute Demokraten die Ehe mit
den (Post?)Kommunisten ein. Man hofft, vernehmbare Gegenstimmen
aus der SPD zu hören, aber dem ist nicht so.
Kein Sozialdemokrat aus der ersten Reihe
hat gegen dieses Kooperieren von Sozialdemokraten und Kommunisten
aufbegehrt und protestiert. Man lässt die Dinge so laufen,
wie sie nun einmal begonnen haben und auch weiter laufen sollen.
Dein viel gepriesenen mündigen Bürger
ist jetzt die Entscheidung zwischen Demokratie und Diktatur
aufgetragen. Wer sich einen Demokraten nennt, kann dem nie und
nimmer zustimmen, dass diejenigen, die gestern für die
Diktatur verantwortlich waren und heute dieses Erbe hoch halten
und bewahren wollen, in der Demokratie mitregieren. Zwischen
den einzelnen demokratischen Parteien sich zu entscheiden, war
bestimmt gar nicht so schwer, aber jetzt kommt es darauf an,
die Demokratie in ihren Parteien zu stärken und jede Zusammenarbeit
mit Kommunisten zu unterbinden. Kaum eine Wahl seit 1945 hatte
so viel Bedeutung und wird so entscheidend sein wie die zum
Berliner Abgeordnetenhaus am 21. Oktober 2001. Gregor Gysi,
der eloquente Postkommunist vor den Toren unserer deutschen
Hauptstadt, das sollte schrecken!
Wir sollten uns über alle Parteischranken hinweg darin
einig sein, dass die Kommunisten von gestern auch in neuer Gewandung
weder regieren noch mitregieren dürfen. Zwölf plus
45 Jahre durchlebte Diktatur in unserer deutschen Geschichte
haben gereicht.