| 05 15. September 2001 Kopiert aus "Schlesische Nachrichten" Maria Lisson 90 Jahre Maria Rosalia Lisson, eine Oberschlesierin, feierte am 29. August 2001 ihren 90. Geburtstag. Ein erfreulicher Anlass, um das Lebenswerk einer heimattreuen Schlesierin zu würdigen. Frau Maria Rosalia Lisson geboren Kaiserek wurde am 29. August 1911 in Kattowitz geboren. Obwohl ihre Heimatstadt nach der Volksabstimmung gegen den Mehrheitswillen der angestammten Bevölkerung vom Deutschen Reich abgetrennt wurde, fühlte sie sich wie auch alle ihrer sechs Geschwister weiterhin als Deutsche. So war es selbstverständlich, dass sie zusammen mit ihren vier Brüdern und zwei Schwestern die deutsche Minderheitsschule in Kattowitz besuchte. Noch in der Zwischenkriegszeit heiratete sie Ignatz Lisson. Aus der Ehe stammt ihre Tochter Hertha, die jetzt ebenfalls in Düsseldorf wohnt. Nach dem Zusammenbruch des Jahres 1945 verlor sie, nur weil sie Deutsche war und ihre Identität nicht aufgeben wollte, ihre Arbeitsstelle in der Kait-Kaserne, wo sie als Buchhalterin gearbeitet hatte, und wurde vom polnischen Staat zur Zwangsarbeit verurteilt. Sie verlor ihr gesamtes schwer erarbeitetes Eigentum. Die kleine Tochter musste unter widrigen Umständen großgezogen werden. Eiserner Überlebenswille und Gottvertrauen halfen ihr, diese 38 Jahre unter polnischer Verwaltung und härtesten Lebensbedingungen durchzustehen. Da sie in der Kriegszeit für das Deutsche Militär tätig war, gelang ihr erst im Jahr 1983 die Aussiedlung in die Bundesrepublik Deutschland. Im Jahr 1985 besuchte sie sofort ihr erstes Deutschlandtreffen der Schlesier in Hannover. Hier fühlte sie sich wieder wohl und zu Hause. Auch die Teilnahme an Veranstaltungen der Landsmannschaft und des BdV in Düsseldorf, wo sie jetzt lebt, sind ihr zur Pflicht geworden. Ihr Geburtstagswunsch, ein Besuch des Deutschen Ecks, wurde ihr von ihrem Enkelsohn Christoph Wylezol und der Familie erfüllt. Wir wünschen Maria Rosalia LissonKaiserek
alles Gute. Ein Glückauf und Gottes Segen sollen sie weiterhin
stets begleiten. Waldemar Lubos wird 90 Jahre
Mit Waldemar Lubos feiert am 21. September ein Schlesier Geburtstag, dessen Leben ein Spiegelbild des an vielen heimatvertriebenen Deutschen begangenen Unrechts ist. Aber auch seine Aktivitäten nach der Vertreibung in seiner neuen Heimatstadt Aachen sind ein Beispiel für das, was Schlesier und andere Heimatvertriebene zum Wiederaufbau unseres Landes beigetragen haben. Waldemar Lubos wurde am 21. September 1911 in Schloß-Siemianowitz, Kreis Kattowitz, als Sohn des Poliizeiwachtmeisters Wilhelm Lubos und seiner Ehefrau Marie geboren. Prägend für die ersten Lebensjahre dieses Mannes wurde bereits das, was viele Landsleute erst noch erleben mussten. Der 1. Weltkrieg, drei Polenaufstände und schließlich die erste Vertreibung aus der Heimat im Jahr 1922 hinterließen bleibende Eindrücke. Der bereits in jungen Jahren im Leistungssport und in der katholischen Jugendbewegung aktive Waldemar Lubos machte im Jahr 1933 Abitur. Er studierte in Berlin Germanistik, Kunstgeschichte, Philosophie und Theatergeschichte. Danach fand er Aufnahme an der Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin, von wo er an das von Gustav Gründgens geleitete Preußische Staatstheater wechselte. Seine Bühnenlaufbahn beendete Lubos als Dramaturg an der Komischen Oper in Berlin. Nachdem er beschlossen hatte Lehrer zu werden, nahm er ein Studium der Pädagogik in Beuthen auf, das er als Soldat erfolgreich abschloss. Am 15. Februar 1941 heiratete er die Lehrerin Helene Ruzanski aus Königshütte. Von den fünf Kindern des Ehepaares verstarben zwei durch die Belastungen der Vertreibung und in einem Fall auch durch die verweigerte Hilfe tschechischer Ärzte. Nach der Vertreibung verschlug es die junge Familie zuerst nach Schaumburg Lippe und dann nach Aachen. In Schaumburg-Lippe gründete der aktive Schlesier sowohl eine Ortsgruppe für deutsche Heimatvertriebene (mehr ließ die Militärregierung zu dieser Zeit noch nicht zu) als auch eine erste Ortsgruppe der CDU, für die er bis zu seinem Weggang nach Aachen als Gemeinderat tätig war. In Aachen angekommen, suchte Lubos direkt Kontakt zu seinen schlesischen Landsleuten und beteiligte sich an der Gründung der örtlichen Kreisgruppe der Landsmannschaft Schlesien, die damals noch einen anderen Namen trug. Als Mann vom Theater war Waldemar Lubos der richtige Mann für die kulturellen Veranstaltungen der Kreisgruppe Aachen. Folgerichtig bekleidete er dann auch lange Jahre die Ämter des Kreiskulturwartes in der Landsmannschaft und im BdV Als die Vertriebenenbeiräte ins Leben gerufen wurden, wurde er Mitglied im Beirat der Stadt sowie beim Regierungspräsident von Aachen. Seinem kirchlichen Engagement blieb der Schlesier durch seine fast 40 Jahre andauernde Mitarbeit im Kindermissionswerk in Aachen treu. Für seine Verdienste erhielt erden päpstlichen Orden "pro ecclesia et pontifice". Einige Jahre zuvor hatte er bereits das Bundesverdienstkreuz erhalten. Ein weiterer Beweis für das Engagement und die Agilität dieses Mannes ist die Tatsache, das er als ältester noch lebender Schwerkriegsbeschädigter im Alter von 89 Jahren zum 13. Mal das Deutsche Sportabzeichen errang. Für diese schier unglaubliche Leistung erhielt er kürzlich vom Oberbürgermeister der Stadt Aachen Dr. Linden das Karlssiegel verliehen. Aber auch in der Landsmannschaft Schlesien blieben die Leistungen des Schlesiers nicht ohne Würdigung. Mit 85 Jahren erhielt aus den Händen des damaligen Landesvorsitzenden von NRW und jetzigen Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft Schlesien Rudi Pawelka das Schlesierkreuz verliehen. Die Redaktion der Schlesischen Nachrichten wünscht
Waldemar Lubos zu seinem Ehrentag alles erdenklich Gute!
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