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Aktuell 02 vom 01.05.2001 Der Fraktionsführer der Deutschen Minderheit im Sejmik, Josef Kotys, ist zum Vorsitzenden des Gemeindeverbandes "Trias" gewählt worden. Ihm gehören derzeit 23 Gemeinden im Bezirk Oppeln und drei in der Nachbarwoiwodschaft Kattowitz an. Ziele des Interessenverbandes sind u.a. die Verbesserung des Hochwasserschutzes, der Ausbau der Kanalisation im ländlichen Raum sowie der Bau neuer Kläranlagen. Im Vordergrund steht jedoch der Schutz des unterirdischen Grundwasserbeckens vor möglicher Verschmutzung. Bei dem Reservoire handelt es sich um einen See mit über tausend Kubikkilometer Wasser und einer Förderleistung von 200.000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag. "Trias" erhofft sich aus dem EU-Hilfsprogramm ISPA umfangreiche finanzielle Hilfen, um die gesteckten Ziel bis zum Jahr 2006 zu erreichen; das benötigte Investitionsvolumen wird mit 83 Millionen Mark veranschlagt. Die Dorfgemeinschaft Arnoldsdorf (Kreis Neisse) bietet zu einem herabgesetzten Kaufpreis das Buch Brauchtum an der Bischofskoppe" aus der Feder von Julius Graw an. Es kostet 33 Mark ist zu beziehen bei: Dorfgemeinschaft Amoldsdorf, Tilsiterstraße 8, 26441 Jever. Am 8. April 1981 führte erstmals ein Hilfstransport aus dem Ruhrgebiet nach Oberschlesien. Neun LKWs waren der Anfang einer dauerhaften Partnerschaft zwischen den Bistümern Essen und Kattowitz, die bis heute anhält. In den vergangenen 20 Jahren führten aus dem Ruhrbistum mehr als 600 Transporte mit mehr als 4.000 Tonnen Hilfsgüter in das oberschlesische Revier. Seit der Wende stand der mit Hilfe des Bundesinnenministeriums und dessen Hilfsbudget für die deutsche Minderheit der Aufbau einer tragfähigen Caritas-Struktur im Vordergrund. Heute gibt es viele Kooperationen mit der polnischen Caritas bei der Hilfe für andere Länder, wie beispielsweise auf dem Balkan, wo tausend Tonnen oberschlesischer Steinkohle für die Winterhilfe in Bosnien landeten, oder beim Bau von 50 Häusern eines ukrainischen Kinderdorfes für tschernobylgeschädigte Kinder, heißt es in einem Zeitungsbericht. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr konnte im Deutsch Krawarner Begegnungszentrum des Deutschen Freundschaftskreises (DFK) ein Konsularsprechtag der deutschen Botschaft abgehalten werden. Das in einem schönen Park stehende Barockschloß der Familie Eichendorff aus dem Jahre 1721, wo die Geschäftsstelle des DFK Deutsch Krawarn untergebracht ist, war als Arbeitsstätte der aus Prag angereisten Beamten ausgewählt worden. Da im hultschiner Ländchen die Anträge auf Ausstellung deutscher Staatsangehörigkeitsausweise in diesem Jahr bedeutend zugenommen haben und die Anreise nach Prag für viele Einwohner aus Gesundheitsgründen sehr anstrengend ist, kam es durch die Initiative des DFK im Hultschiner Ländchen zu einer erneuten "Öffnung" der Botschaft. Die Besuchszeiten waren für den 22. und 23. Februar dieses Jahres festgelegt worden. Neben der Bearbeitung von Staatsangehörigkeitsanträgen und der Aushändigung deutscher Reisepässe wurden auch Auskünfte zu Rentenfragen erteilt. Schätzungsweise etwa 150 Personen waren an den beiden Tagen erschienen. Es kamen auch deutsche Schlesier aus Ostrau und dem tschechischen Teil des Teschener Schlesiens angereist. Der DFK hofft, schreibt die Prager "Landeszeitung", daß auch in Zukunft die Deutsche Botschaft den "Hultschinem" so entgegenkommend sein wird. Der in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend verwahrloste jüdische Friedhof in Kattowitz wird derzeit renoviert. Grabmäler und die Totenhalle werden saniert und von wildwachsendem Grünzeug freigelegt. Etwa zwei Drittel der knapp 1.550 Grabmale sind deutsch- und hebräischsprachig. Der Friedhof ist 1869 angelegt worden. Die erste Grabstelle ist bis heute erhalten geblieben; es ist das Grab von Carl Münzer, der am 20. Oktober 1969 noch nicht ganz vierjährig verstarb. Es sind für die Stadtgeschichte bedeutende Persönlichkeiten wie Ignatz Grünfeld auf dem Friedhof beigesetzt. Vor einigen Jahren drehte Kazimierz Kutz für einen Kinofilm auf den Gräbern des Friedhofes an der Kozielskastraße (einst Gartenstraße) eine Verfolgungsszene, was Kritik hervorrief. Zur Entscheidung
des Europäischen Gerichtshofes über die Zulassung
einer oberschlesischen Minderheit in Polen am 17. Mai organisiert
die "Bewegung für die Autonomie (Ober-) Schlesiens"
(RAS) für Interessenten und Sympathisanten aus Oberschlesien
eine Dreitagesfahrt nach Straßburg (vom 16. bis 18. Mai).
Auf dem Programm stehen eine Stadtführung, Treffen mit Europaabgeordneten
und mit dem "Nationalforum Elsaß- Lothringen"
sowie der "Elsässischen Volksunion". Außerdem
erhalten Mitreisende Einlaß in den Gerichtssaal, wenn am
17. Mai das Urteil verlesen wird. Die Kostenbeteiligung beträgt
pro Person voraussichtlich 150 zl. Weitere Infos bei Erwin Sowa,
Tel (032) 206 24 20 und 0608007 121. Am 8. April fand ein interessantes kulturelles Treffen in der Sporthalle in Zyrowa (Buchenhöh) statt, bei dem zu verschiedenen oberschlesischen Themen referiert wurde. Als Gäste erschienen u.a. Landrat Joachim Czernek, der Vorsitzende Richter am Woiwodschaftsgericht, Szulc, und der Bestsellerautor Ewald Stefan Pollok ("Legendy. Manipulcje. Klamstwa..."). Die Oppelner Professorin Smolinska sprach über die Osterbräuche im Kreis Krappitz. Über die Bedeutung der Familie v. Gaschin für Oberschlesien berichtete die aus Deschowitz (Odertal) stammende Professorin Joana Rostropowia. Der ehemalige Sekretär von Bischof Nossol und heutiger Direktor des katholischen Radiosenders "Radio Plus", Andrzej Hanich, stellte die bedeutende Rolle der hl. Anna selbdritt für die Region heraus. Im Vordergrund stand die Vorstellung des Neudruckes des fiktiven Romans "Hrabia Damian", welcher 1902 von einem unbekannten Autor in Beuthen in polnischer Sprache herausgegeben worden war. Es erzählt in verklärter polnischer Romantik über die Zeit zwischen 1743 bis 1850 in Zyrowa und in Ostgalizien, wo die Polen gegen Kossaken und Tataren kämpften. Die Erzählung kolportiert gleich mehrere Mythen u.a. auch über die Familie v. Gaschin in Zyrowa, die sich allerdings bis heute hartnäckig in breiten Kreisen erhalten haben. Das dickleibige Werk (970 Seiten) ist aus Anlaß des 700jährigen Bestehens der Zyrowaer Kirche im nächsten Jahr nachgedruckt und von Helga Bieniusa und Jerzy Szoltysek vorgelegt worden. Das Vorwort der beiden Initiatoren stieß inzwischen auf Kritik, da sich beide vom Buchinhalt leiten lassen und die längst überlebten Erfindungen des unbekannten polnischen Romanciers erneut beleben. Ohnehin fragten Anwesende mit Enttäuschung, ob ausgerechnet dieses Buch zum Kirchenjubiläum hat erscheinen müssen. Schon in unserer Ausgabe vom 1. Februar (Seite 22) haben wir auf die Aktion zur Unterstützung der deutschen Sprache in Oberschlesien aufmerksam gemacht, die vom Ld0-Landesverband Nordrhein-Westfalen und www.oberschlesien.de initiiert worden ist. Jeder, der die Internetseite aufruft und die Werbebanner von www.oberschlesien.de anklickt, kann dazu beitragen, damit die Aktion ein Erfolg wird. Die einzelnen Werbebanner sind in verschiedenen Links zu finden. Der Webmaster spendet für jedes Anklicken zehn Pfennig für die Aktion! Jene, die noch nicht online sind, können erbetene Geldbeträge auf das Konto der Ld0-NRW bei der Sparkasse Ratingen, Konto-Nr. 343616, BLZ 30151660, Kennwort "Deutschunterricht", überweisen. Die Aktion zur Unterstützung der deutschen Sprache in Oberschlesien hat zu lebhaften und kontroversen Diskussionen-über die Sprachen der Oberschlesier im Internet geführt. Auszüge aus dieser Internet-Diskussion werden wir in der kommenden Ausgabe der Heimatzeitung "Unser Oberschlesien" dokumentieren. nf |