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Diesmal wurden die Sendungen nicht per Kraftwagen, Segelschiff
oder Flugzeug befördert, sondern mit einem Grubenwagen und
das tief unter der Erde. Am 4.Oktober wurde in einem Stollen im
Hindenburger Freilichtmuseum "Königin Luise" eine spezielle
Filiale der Post eröffnet. Von hier konnte man an diesem
Tag Briefe oder Postkarten, versehen mit einem Sonderstempel,
abschicken. Sendungen, die durch dieses nicht alltägliche
Postamt "laufen" sollten, konnte man bereits ab dem 9. September
in Hindenburg aufgeben. "Man mußte diese in spezielle
gelbe Briefkästen einwerfen", erklärt die Direktorin
des Bezirkspostamtes in Hindenburg, Krystyna Krzyzowska, diese
Aktion. "Briefe konnte man auch im Bergbaumuseum in der Dorotheenstraße
aufgeben oder direkt unter Tage. Nach dem Abstempeln kommen diese
Postsachen in das Postamt Nr. 6 und wandern dann weiter in die
weite Welt. In unserer Region ist es das erste dieser Postämter
unter Tage. Früher waren zwei derartige Postämter in
einer Grube in Knurow tätig. Der "Schalter" befand sich
jeweils jedoch über Tage. In Hindenburg befinden sich unter
Tage im Verkauf Briefmarken, Briefumschläge, Postkarten und
besondere Broschüren. Briefe kann man auch "vor Ort"
schreiben, mit einem Sonderstempel versehen lassen und absenden.
Nach dem Einwurf in einen besonderen Kasten landen die Sendungen
in einem Grubenwagen, der in den sogenannten "Schleppschacht"
von dem Schlepper Martin Rygol, gekleidet in eine Dienstuniform
der Post und mit blauer Kappe, weiterbefördert wird. Marcin
Rygol sagt: "Ich war schon frühmorgens hier, um das
Schieben des Grubenwagens zu "trainieren". Zum Glück
ist das keine schwere Arbeit. Was anderes ist das Fördern.
Ich weiß etwas davon, denn in meiner Schulzeit habe ich
eine Grube besucht. Anläßlich der Post unter Tage war
der Eintritt in den Stollen frei. Es kamen viele Kinder und Jugendliche,
die aus diesem Anlaß ihren Nächsten originelle "unterirdische"
Grüße sandten. Erst am Nachmittag ließ der Andrang
etwas nach, und man konnte Postkarten mit Sonderstempeln erwerben.
Auch die Philatelisten nahmen dieses Angebot wahr. All das fand
im Rahmen einer philatelistischen Landesausstellung unter dem
Thema "Industrie und Technik" statt, die vom 26. September
bis 6. Oktober im Hindenburger Bergbaumuseum aus Anlaß des
20sten Gründungsjubiläums dieses Museums durchgeführt
wurde. Der Philatelistenverband hat zum ersten Mal in seiner 45jährigen
Tätigkeit eine Veranstaltung dieser Größe organisiert.
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