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13. November 2001

Unterirdisches Postamt

Diesmal wurden die Sendungen nicht per Kraftwagen, Segelschiff oder Flugzeug befördert, sondern mit einem Grubenwagen und das tief unter der Erde. Am 4.Oktober wurde in einem Stollen im Hindenburger Freilichtmuseum "Königin Luise" eine spezielle Filiale der Post eröffnet. Von hier konnte man an diesem Tag Briefe oder Postkarten, versehen mit einem Sonderstempel, abschicken. Sendungen, die durch dieses nicht alltägliche Postamt "laufen" sollten, konnte man bereits ab dem 9. September in Hindenburg aufgeben. "Man mußte diese in spezielle gelbe Briefkästen einwerfen", erklärt die Direktorin des Bezirkspostamtes in Hindenburg, Krystyna Krzyzowska, diese Aktion. "Briefe konnte man auch im Bergbaumuseum in der Dorotheenstraße aufgeben oder direkt unter Tage. Nach dem Abstempeln kommen diese Postsachen in das Postamt Nr. 6 und wandern dann weiter in die weite Welt. In unserer Region ist es das erste dieser Postämter unter Tage. Früher waren zwei derartige Postämter in einer Grube in Knurow tätig. Der "Schalter" befand sich jeweils jedoch über Tage. In Hindenburg befinden sich unter Tage im Verkauf Briefmarken, Briefumschläge, Postkarten und besondere Broschüren. Briefe kann man auch "vor Ort" schreiben, mit einem Sonderstempel versehen lassen und absenden. Nach dem Einwurf in einen besonderen Kasten landen die Sendungen in einem Grubenwagen, der in den sogenannten "Schleppschacht" von dem Schlepper Martin Rygol, gekleidet in eine Dienstuniform der Post und mit blauer Kappe, weiterbefördert wird. Marcin Rygol sagt: "Ich war schon frühmorgens hier, um das Schieben des Grubenwagens zu "trainieren". Zum Glück ist das keine schwere Arbeit. Was anderes ist das Fördern. Ich weiß etwas davon, denn in meiner Schulzeit habe ich eine Grube besucht. Anläßlich der Post unter Tage war der Eintritt in den Stollen frei. Es kamen viele Kinder und Jugendliche, die aus diesem Anlaß ihren Nächsten originelle "unterirdische" Grüße sandten. Erst am Nachmittag ließ der Andrang etwas nach, und man konnte Postkarten mit Sonderstempeln erwerben. Auch die Philatelisten nahmen dieses Angebot wahr. All das fand im Rahmen einer philatelistischen Landesausstellung unter dem Thema "Industrie und Technik" statt, die vom 26. September bis 6. Oktober im Hindenburger Bergbaumuseum aus Anlaß des 20sten Gründungsjubiläums dieses Museums durchgeführt wurde. Der Philatelistenverband hat zum ersten Mal in seiner 45jährigen Tätigkeit eine Veranstaltung dieser Größe organisiert.
KF