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27. September 2001
Aktuelles 02

Der polnisch gesinnte oberschlesische Heimatschriftsteller Boleslaw Lubosz ist in Kattowitz verstorben. Der 1928 in Tamowitz Geborene absolvierte ein Studium der Polonistik und Germanistik in Krakau. Er war Mitarbeiter an erschiedenen Theatern und literarischen Zeitschriften und Zeitungen. 1973 bis 1980 war Lubosz Cheflektor des Verlages Slask in Kattowitz. Er zeichnete sich aus als Lyriker, Erzähler, Romancier und Übersetzter (Schiller, Grass u.v.a.). Veröffentlichungen u.a. "Swiety Franciszek od wegla" (Heiliger Franziskus von der Kohle), in: Boleslaw Lubosz, Gniazdo (Das Nest), Wydawnictwo SLASK, Katowice, 1983; dt. in: Wilhelm Szewczyk/Boleslaw Lubosz, Im Sommerlauf gefangen, Merzig 1986; Alfabet slaski, Katowice 1995.

Der 1526 erbaute Schönhof in Görlitz soll in den kommenden gut zwei Jahren vollständig wieder hergestellt werden. Das älteste Renaissancebürgerhaus Deutschlands ist bereits äußerlich saniert worden. Mit der Restaurierung der Innenräume soll bis Ende 2003 der zweite Abschnitt des Umbaus historischer Gebäude für das Schlesische Museum abgeschlossen werden, wie der Leiter des Staatlichen Hochbauamtes Bautzen, Norbert Seibt, mitteilte. Als erster Teil des Museums wird Mitte Dezember ein Gebäude am Untermarkt eröffnet. Auf mehr als 300 Quadratmetern soll dort ein Vorgeschmack auf die künftige Dauerausstellung gegeben werden.

Mit Witold Rygorowicz, Kommunalpolitiker aus Neustadt, ist die Woiwodschaft Oppeln seit dem 15. September bei EU in Brüssel vertreten. Beim Aufbau des Verbindungsbüros wird Oppeln von der englischen Grafschaft Essex unterstützt

Am 4. August 2001 verstarb in Berlin Prof. Dr. Wolfgang Ullrich Wurzel. Sein Lebenslauf begann am 3. August 1940 in Ziegenhals und führten ihn später nach Thüringen und OstBerlin. Sein Studium absolvierte Gustav an der Humboldt-Universität zu Berlin, und bald nach dem Studium der Germanistik, Nordistik und Allgemeinen Sprachwissenschaft wurde er mit noch nicht 30 Jahren zum Doktor _der Philosophie promoviert. Aus seiner Dissertation entstand sein erstes Buch "Studien zur deutschen Lautstruktur". Mit diesem Buch begann eine sehr erfolgreiche wissenschaftliche Laufbahn in der DDR und erhielt hohe Anerkennung im Ausland. Gustav war immer ein Kämpfer gegen geistige Borniertheit und ideologische Bevormundung wissenschaftlichen Arbeitens. Der Mittelpunkt seiner Arbeit war die Sprache. Für ihn war sie ein lebendiger, natürlicher Organismus, der geschichtlichen Wandlungen, unterlag, und so suchte er herauszufinden, worin die Bedingungen bestehen, denen solcher Wandel unterworfen ist. Er entwickelte eine eigenständige Version der Theorie über die Natürlichkeit sprachlichen Wandels, präsentiert in dem 1984 erschienenen und später auch ins Englische übersetzten Standardwerk "Flexionsmorphologie und Natürlichkeit". Nach der Wende war er auf vielfältige Weise in der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft tätig.

Schüler aus der Partnerstadt Potsdam haben gemeinsam mit polnischen Jugendlichen ein Projekt begonnen, das die Pflege des verwahrlosten Friedhofs an der Breslauer Straße in Oppeht zum Ziel. Finanziert wird das gemeinsam mit der Stadtverwaltung in Oppeln ausgearbeitete Projekt von der Bundesrepublik. In vielleicht vier Jahren, heißt es, sollen die noch erhalten gebliebenen deutschen Grabsteine zu einem Lapidarium zusammengestellt worden sein.

Älteste Schlesierin- Im Berliner Seniorenpflegeheim "Zur Brücke" feierte am 3. September Elfriede Winkelmann, ihren 107. Geburtstag. Die Jubilarin wurde in Silberberg in Schlesien geboren wurde. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) überbrachte persönlich die obligatorischen Glückwünsche der Stadt.

Mit dem Titel "Schlonzsko: Horni Slezsko, Oberschlesien, Gorny Slask" hat der Anglist Tomasz Dariusz Kamusella ein interessantes Essay über Oberschlesien und das Teschener Schlesien geschrieben : Das Buch kann direkt beim Verlag Elblaska Oficyna Wydawnicza, Al. Grunwaldzka 63/16, 82-300 Elblag/Elbing, tel/fax (055) 2351312 bestellte werden. Es kostet dann 16 Zloty (Sprawy Polityczne, PKO BP I o/Elblag, 0201752-135122-270-1) anstatt 20 Zloty im Buchhandel.

Die Woiwodschaft "Schlesien" (Kattowitz), Nordrhein-Westfalen und das französische Departement Nord-Pas de Calais haben in Düsseldorf eine Erklärung über eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit unterzeichnet. Vorbild bilde das "Weimarer Dreieck".

Bereits am 19. Juni konnte auf dem alten Friedhof in Schönwald im Kreis Kreuzburg auf Initiative von Mitgliedern des Heimatkreis Verbandes Kretaburg (ein zweisprachiger Gedenkstein eingeweiht werden. Er erinnert an die hier ruhenden Deutschen. Der Friedhof soll zu einem kleinen Park ausgebaut werden.

Sachsengängerei mal in die andere Richtung: Laut einem Bericht des Dziennik Zachodni arbeiten in den nordmährisch-schlesischen Gruben um Ostrau 3.000 Bergleute aus Polen, wohl vornehmlich aus Oberschlesien. Sie würden durch das Arbeitsamt-vermittelt, heißt es. Weitere 4.000 Arbeiter sind in Hütten- und Maschinenbaubetrieben in Tschechien vermittelt worden: Während die Arbeitslosikeit in den oberschlesichen Revierstädten inzwischen auf 19 Prozent gestiegen ist, liegt sie in Tschechien noch bei neun Prozent.

Bis zum Jahr 2006 erhält Polen aus verschiedenen EU-Förderprogramme knapp vier Milliarden Mark für Modernisierungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen. Würde Polen bereits im kommenden Jahr Mitglied der EU werden, erhöhte sich die Summe auf fast 50 Milliarden.

Die Woiwodschaft Oppeln und das Bundesland Rheinland-Pfalz haben am 11. September vereinbart, das in Oppeln tätige und von Mainz geförderte Wirtschaftsbüro in ein "Partnerschaftsbüro Rheinland-Pfalz" umzubenennen. Ziel ist die Ausweitung der Kontakte zwischen beiden Regionen im mittelständischen Bereich.