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27. September 2001
Aktuelles 01

Das Haus der deutsch- polnischen Zusammenarbeit HdpZ (ul.Kybmcka27,44-10UGliwice. Tel. 032-232-49-02) bietet nach der Sommerpause im Rahmen seiner Vortragsreihe "Lokale Geschichte" im Oktober folgende Veranstaltungen mit kompetenten Referenten an: am 25."Wallfahrtsorte im Ratiborer Gebiet" (Ort: Nensa, Partner: Kreis Ratibor, DFK Ratibor) und "Die Entwicklung des Schulwesens im StrehlitzerLand" (Ort: Groß Strehlitz, Partner: Kreis Groß Strehlitz, DFK Groß Strehlitz). Noch undatiert ist "Konrad Bloch - ein Nobelpreisträger aus dem Neisser Gebiet" (Ort: Patschkau, Partner: Kreis Neisse, DFK Neisse). Im November sind folgende Veranstaltungen angesetzt: am 20. "Die Vorgeschichte des Groß Strehlitzer Landes auf Grund von neuesten archäologischen Forschungen" (Ort: Groß Strehlitz, Partner: Kreis Groß Strehlitz, DFK Groß Strehlitz), 29. "Der Weg zum Plebiszit in Oberschlesien und sein Verlauf` (Ort: Kobilla, Partner: Kreis Ratibor, DFK Ratibor" sowie noch undatiert "Die Kastellanei Ottmachau Neisse" (Ort: Ottmachau, Partner: Kreis Neisse, DFK Neisse) Die genauen Anfangszeiten und Veranstaltungsorte können beim HdpZ erfragt werden.

Am 25. Oktober lädt das HdpZ gemeinsam mit dem Institut für Film- und Medienwissenschaft an der Universität Schlesien zum "Deutschen Filmabend" ein. Gezeigt wird "Lilly Marley" von Reiner Werner Fassbinder.

Die Sendung "Alte und neue Heimat" (WDR 5, samstags von 19.05 bis 19.45 Uhr) ermöglicht am 6. Oktober ehemals deportierten Frauen, den Hörern für ihre solidarische Hilfe zu danken. Am 13. Oktober berichtet Sebastian Fikus von einem deutsch-polnischen Studentenseminar, am 20. Oktober schildert Ulrike Gropp Bilder der "Fürstenreise" Ottheinrichs nach Krakau, und am 27. Oktober horcht Hans-Ulrich Engel dem Prager Deutsch, einer "gestorbenen" Sprache, nach.

Am 14. Oktober, 15 Uhr, hält Selma Kreiblohm im Haus Schlesien in der Reihe "Literarische (Be-)Funde" einen Vortrag über den Dichter Karl von Holtei. Am 28. Oktober eröffnet die Ausstellung "Der älteste und größte schlesische Porzellanhersteller. 170 Jahre Krister Manufaktur in Waldenburg" (bis März 2002).

Der Kreis Mainz-Bingen versucht, zusammen mit dem oberschlesischen Partnerkreis Neisse eine Pflegebörse einzurichten. Ein entsprechender Antrag hat den Kreistag Mitte September einstimmig passiert. Die Pflegebörse soll, organisatorisch in die Kreisverwaltung integriert, Kontakte zwischen Pflegebedürftigen und polnischem Pflegepersonal herstellen, dessen Qualifikation überprüfen und Beratung in aufenthaltsrechtlichen Fragen gewähren. Sie wolle die Aufgabenstellung als "Hilfspersonal für die Rundum-die-Uhr-Betreuung" verstanden wissen und sichergestellt sehen, daß alle rechtlichen und arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen beachtet werden. "Ein Beispiel, wie Partnerschaft sinnvoll belebt werden kann", nannte Irene Alt (Bündnis 90/Die Grünen) das Vorhaben.

Das Freilichtmuseum in Birkowitz, ul. Wroclawska 174, 45-835 Oppeln (Opole) organisiert am 7. Oktober einen Jahrmarkt der Volkskunst, der von 10.00 bis 17.00 Uhr stattfindet. Inmitten der historischen Häuser werden sich Volkstanzs- und andere Folkloregruppen präsentieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung wird jedoch die Imkerei stehen. So kann man sich über die Arbeit der Imker informieren und Honig direkt beim Imker kaufen.
Informationen unter Tel. 077/743021 oder EMail: mwsio@uni.opole.pl

Noch bis zum 18. November sind Zeichnungen des Barockmalers Michael Willmann (schlesische Rembrandt) in der Grafischen Sammlung der Stuttgarter Staatsgalerie zu sehen. Gezeigt werden 110 Exponate, welche aus renommierten Sammlungen von Oslo bis Wien zusammengetragen wurden, rund die Hälfte nur dem Schülerkreis beziehungsweise dem weiteren Einflußradius Willmanns zuzuschreiben ist. Nach einem Nomadenleben zwischen Breslau, Prag und Berlin, wo er für Kurfürst Friedrich von Preußen den Pinsel schwang, ließ sich Willrnann nur mäßig erfolgreich im niederschlesischen Leubus nieder. Protegiert vom Abt des dortigen Zisterzienserklosters und unterstützt von einer tatkräftigen Werkstatt versorgte er sein Umland mit mehr als 500 Gemälden und drei monumentalen Freskenzyklen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr. Der Katalog kostet 64 Mark.

Am 15. September unterzeichneten der Erftkreis und der Kreis Bielitz-Biala einen Partnerschaftsvertrag. Die Partnerschaft hatte der Kreistag in Bergheim Ende Juni beschlossen. Der" Kreis Bielitz-Biala hat 145 000 Einwohner. t Würde die kreisfreie Doppelstadt an den Land- t kreis angeschlossen - ein entsprechender Gesetzentwurf liegt dem polnischen Parlament vor -käme der Kreis auf über 300 000 Einwohner. Wichtigste Wirtschaftsfaktoren sind der Tourismus - die Region gilt als das Wintersportgebiet Polens -, aber auch die Landwirt schaft. Es gibt noch mehr als 8000 Bauernhöfe.

Bis zum 22. November sind im Rathaus von Eschborn Radierungen von Johnny Friedländer (1912-1992) zu besichtigen. Der in Pless geborene Künstler, der sich in seinem gesamten künstlerischen Schaffen von der Musik als_ begleitendem Medium leiten ließ, "hat seine Kunstwerke von den Fesseln einer verbrauchten Reproduktionstechnik befreit. Dabei ist es ihm überzeugend gelungen, Farbe nicht bloß als koloristisches Beiwerk, sondern als selbständiges graphisches Mittel einzusetzen. Seine Kupferplatten hat er meist ohne Vorzeichnung direkt bearbeitet. So sind die Spuren des spontanen Arbeitsprozesses für den Betrachter eindrucksvoll nachzuvollziehen, man wird dabei Zeuge eines faszinierenden Miteinanders von künstlerischer Inspiration und Strategie." Das Rathaus ist montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr, mittwochs von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

Acht Briefe, sechs Postkarten und ein handschriftliches Vorwort von Thomas Mann sind in der Martin-Opitz-Bibliothek in Herne entdeckt worden. Fünf der Briefe und Briefkarten sind als schlecht lesbare Fotokopien im Zürcher Thomas-Mann-Archiv vorhanden, die übrigen waren bislang unbekannt, berichtet die FAZ. Geschrieben hat sie Mann zwischen 1934 und 1939 im Schweizer Exil, einen letzten 1940 aus Kalifornien, an den Schriftsteller Max Herrmann-Neisse (1886 bis 1941), der 1933 nach London emigriert war. Als bedeutendster Fund des in einem Seesack verstauten Materials gilt das Manuskript des Vorworts, das Mann für Herrmann-Neisses Lyrikband "Um uns die Fremde" (Zürich, 1936) verfaßt hat, zumal es in Details von der gedruckten Fassung abweicht. Das Konvolut gehört in den Teilnachlaß vom Max Herrmann Neisse, der sich im Besitz der Martin-Opitz-Bibliothek befindet: Mit seinen mehr als vierhundert Briefen und Postkarten enthält er wesentliche Korrespondenz an den Autor aus seiner Berliner Zeit (1917 bis 1933) und aus dem Londoner Exil (1933 bis 1938), darunter u.a. von Hermann Hesse, Liesl Karlstadt, Alfred Kerr und Carl Zuckmayer. Nach Herne gelangte der Teilnachlaß bereits 1987; später galt er als verschollen. Die Martin-Opitz-Bibliothek - eine zentrale Bibliothek für Geschichte, Kultur und Literatur des historischen deutschen Ostens - hat den Nachlaß inzwischen in Zusammenarbeit mit dem Bochumer Germanisten Jörg Ulrich Fechner erschlossen. "Die Briefe", so Wolfgang Kessler, Direktor der Bibliothek, gegenüber der FAZ, "geben Einblicke in die Versuche. der Emigranten, miteinander in Verbindung zu bleiben."