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Hindenburger Kulturgut

Der Vertretungsausschuß "Hindenburg O/S" bei der Patenstadt Essen ist seit Beginn der Wahrnehmung der Patenschaftsverpflichtung durch die Stadt Essen am 3. März 1953 bemüht, das ostdeutsche Erbe unserer Vaterstadt Hindenburg O/S zu sammeln und sichern. So wurden und werden immer noch ortstypische Kulturerzeugnisse, Kunstwerke, Erinnerungsstücke aus Hindenburg O/S und Umgebung in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen, um der Nachwelt ein Bild vom Leben der Hindenburger und von der Kraft dieser wichtigen Kohlenstadt im oberschlesischen Industriegebiet vor der Vertreibung der Deutschen zu bewahren.
Mit Hilfe der Patenstadt Essen konnte bereits in der Vergangenheit das "Heimatmuseum Hindenburg O/S - Kultur- und Erinnerungsstätte" eröffnet werden. Alle sich im Hindenburger Heimatarchiv befindenden Gegenstände werden mit Sorgfalt aufbewahrt. Diese sorgfältige Aufbewahrung gilt sowohl für die kunsthistorischen Exponate als auch für die persönlichen Erinnerungsstücke. Wir sind auf auf die Hilfe aller heimattreuen Landsleute angewiesen, die sich der Verantwortung bewußt sind, daß die Aufbewahrung des Kulturerbes der Stadt Hindenburg O/S für uns alle verpflichtend ist.
Auch dieses Jahr wollen wir nach Essen kommen, um am 22. und 23. September 2001 eine große Hindenburger Familie zu bilden. Nutzen wir also die noch restlichen Wochen dazu, bei uns selbst wie auch im Kreise der Verwandten und Bekannten nachzusehen und zu erforschen, ob man nicht einen Beitrag für unsere Kulturgutsicherung leisten könnte. Bedenken wir auch, daß es innerhalb der eigenen Familie nicht immer sicher ist, ob die nachwachsende Generation den wahren oder nur den symbolischen Wert der heimatlichen Gegenstände erkennt und dann auch vor dem endgültigen Verlust aufbewahrt. Vieles ging schon auf diesem Wege der Nachwelt verloren!
Gewiß, nicht für jeden ist es einfach, sich von Hindenburger Kulturgutstücken zu trennen, denn meistens sind diese Bestandteil der persönlichen Lebensgeschichte, an die man besondere Erinnerungen knüpft. Für manche sind es die einzigen Bruchteile der eigenen Familiengeschichte, die während der Flucht, Vertreibung oder Aussiedlung gerettet wurden und die jetzt die geistige Verbindung zur Vaterstadt bilden. Doch wie wird es in 10 oder sogar in 20 Jahren aussehen- So lange wir junge Menschen für die Kulturgutsicherung der Hindenburger zu interessieren vermögen, so lange können wir auch auf die Bewahrung unseres Erbes bauen. Bedenken wir dies in unseren Entscheidungen für die Zukunft und sichern wir gleichzeitig die Kontinuität der Hindenburger Kulturgutpflege. Oobjekte aus Hindenburg O/S und Umgebung nimmt unsere Heimatkreisvertrauensfrau Marianne Mosler, Michaelstraße 25, 45138 Essen, Tel.: 0201/ 28 76 10 jederzeit gern entgegen.

Wer die Hindenburger Heimatsammlung besuchen will, der melde sich bitte bei der Organisationsleitung (Tagungsbüro im Foyer der Gruga-Halle), die einen kostenlosen Bustransfer zwischen der Gruga-Halle und dem "Heimatmuseum Hindenburg OS" organisiert hat.

Die Abfahrtzeiten sind wie folgt festgesetzt: 11.00 Uhr; 13.00 Uhr, 15.00 Uhr.
Im Tagungsbüro werden Berechtigungsscheinefür diesen kostenlosen Bustransfer ausgegeben. Bitte fragen Sie nach!
Auf Wiedersehen in Essen! Hindenburg OISS Glückauf! Ihr Damian Spielvogel

Einteil der Geschichte, über den schlecht gesprochen wurde

Das Hindenburger Wochenblatt "Nowiny Zabrzanskie" berichtet über eine Ausstellung der Hindenburger Gesellschaft der Deutschen "DFK" aus Anlaß des 10 jährigen Bestehens der Gesellschaft. Wir lesen dazu:

Seit vielen Jahren ist bekannt, daß die Wurzeln dieser Stadt polnische und deutsche sind. Nach Kriegsende unternahm man den Versuch, die Geschichte zu fälschen und den Menschen einzureden, daß der deutsche Teil der Geschichte schlecht war. "Erst seit 10 Jahren kann man über diese Geschichte ungezwungen sprechen", sagte Stadtpräsident Roman Urbanczyk bei der Eröffnung der Ausstellung und betont weiter: "Eure Tätigkeit in der Stadt ist notwendig und es ist gut, daß junge Menschen die deutsche Sprache lernen und die damalige Geschichte und Literatur kennen. Das ist auch eine Anknüpfung an die ruhmvolle Geschichte Polens, als deren Grenzen für jedermann offen waren und jeder in diesen Grenzen wohnen und leben durfte".

In der Ausstellung wurden unter anderem Stickereien, Zeichnungen, Porträts, Holzskulpturen mit Bergbaumotiven, Artikel über die Gesellschaft der Deutschen u.a. aus den hiesigen Ortszeitschriften wie "Nowiny Zabrzanskie" gezeigt. Auch eine spezielle Fahne der Gruppe aus dem Ortsteil Rokittnitz (Martinau), die vor einigen Jahren dank der Hilfe der in Deutschland wohnenden Rokittnitzer angefertigt wurde.

Eine Beschreibung der Tätigkeit des Hindenburger DFK wird in Buchform erscheinen. Materialien zu diesem Buch sammelt Wilhelm Kowolik, der sich in der Gesellschaft der Deutschen mit der Kultur befaßt. Dieses Buch soll noch in diesem Jahr erscheinen.

K.F.