W. I. Juretzko
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Werner by Freesilesia

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This page was established 11-15-2000

Terror in New York

Der Bordschein zeigt den unglückseligen Tag: 11 September 2001

Terror in New York : als die ganze Welt sich änderte.

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Es ist kühl im Frankfurter Flughafen. Der Wetterbericht für heute, Dienstag dem 11 September 2001sagt einen bewölkten Himmel mit vereinzeltem Sonnenschein voraus. Es sind gerade diese vereinzelten Sonnenstrahlen welche den Abflug des United Airline No. 941 gegen 13:45 Uhr Ortszeit, verabschieden. Genau an diesem Dienstag um 08:45 in New York  beginnt der Terror.

Dröhnend hebt sich langsam die Boeing 777-200 vom Boden und kurze Zeit später erreicht sie schon, etwa 10 Kilometer hoch, das Blaue eines wolkenlosen Himmels.

Die Flugrichtung ist Nordwest,das Ziel der 270 Passagiere an Bord ist Chicago.

In meinem Sitz 18 B döse ich dahin. Gelangweilt von dem monotonen Geraüsch der Turbinen, schaue ich auf die Uhr. Etwa 2½ Stunden in den Flug hinein, weit unten rechts, vermute ich die Umrisse Islands zu erkennen. In dem Augenblick ist es fast eine willkommene Unterbrechung von der Stimme des Kapitäns über die Lautsprecher aus dem Halbschlaf erweckt zu werden. Doch die ersten Sätze schon lassen alle Glieder und Nerven erstarren:

”Meine Damen und Herren ” in einem festen, doch nervösen Ton ist diese Stimme zu hören, ”diese Durchsage ist kein Grund zur Beunruhigung. Wir verzeichnen einen Schaden in der Radaranlage welche den Vorschriften der FAA  den transatlantischen Weiterflug nicht gestattet. Wie sie bemerkt haben , führten wir eine 180 Grad Wendung durch und befinden uns auf dem Rückflug. Nachdem der Schaden repariert ist, setzen wir den Flug fort.”

Die Sprachlosigkeit, Angst,Verzweiflung, Ratlosigkeit und Nervosität ist bei der wenige Augenblicke später folgenden zweiten Durchsage in den Gesichtern aller Passagiere zu lessen.

” Meine Damen und Herren, seien Sie bitte nicht beunruhigt von dem Anblick der jetzt an den Enden der Flügel zu sehen ist. Um sicher zu landen ist es nötig die Last des Treibstoffes zu entladen. Wir werden jetzt etwa 10 Tausend  Liter Treibstoff  ablassen.”

Es ist zu bemerken, wie wilde Gedanken durch die Hirne der Menschen die mich umgeben, gehen! Selber frage ich mich und lese die Gedanken der um mich Herumsitzenden. Manche bewegen die Lippen. Ich folge ihnen. ”Müssen wir im Meer notlanden? Sind wir gekapert? Warum landen wir nicht in Island oder Irland ?”

Die Gesichter der herumwanderten Stewardessen ähneln denen der, wie man sie auf den Gipsfiguren in den Kirchen sieht! Schweigsam! Versteinert!

Nichts geschieht! Einer Ewigkeit nahe scheinen die Stunden welche die Maschine jetzt südostwärts zieht. Es muss südostwärts sein. Die letzten Sonnenstrahlen zeigen sich spärlich hinten , links durch die Fenster. Endlich ist Land in Sicht.Was kann es sein ? Holland , Belgien vielleicht? Alles ist stumm! Niemand spricht!

”Bitte die Lehnen der Sitze in die aufrechte Position zu stellen in Vorbereitung zur Landung.” Einer Sicht-und hörbaren Erlösung gleich tönt die Stimme des Flugkapitäns durch die Lautsprecher. Unter uns, aus den zerfetzten Wolkenschicht heraus zeigen sich die Frankfurter Landebahnen. Genau um 18:00 Uhr quitschen die Räder des Flugzeuges beim ersten Berühren der selben Rollbahn von der wir starteten. Die selben welche ich erst einige Stunden zurück hinter mir gelassen habe.

Die Selben? Nein! Nie wieder werde ich meinen Fuss auf die selbe Welt setzen welche ich vor kurzem erst verlassen hatte, nachdem was uns jetzt in der Hiobsbotschaft,welche wie ein Blitz nach dem anderen auf uns einschlägt, erwartet. Beim Berühren der Erde, noch angeschnallt in meinem Sitz, schalte ich mein Handy ein. Kaum eingeschaltet läutet es schon in meiner Hand. Es zeigt es ist ein Anruf meiner Tochter aus Amerika.

”Daddy-Daddy you are alive! Daddy –Daddy” hysterisch schreit sie mir ins Ohr , sodas ich den Hörer vom Kopf fernhalte. ” Die haben New York bombardiert. Seit 2 Stunden rufe ich dich jede fünfte Minute an. Ich weiss du bist jetzt in der Luft . Es sind 20 Tausend Tote. Das Pentagon ist bombardiert.”

Ihre Stimme überschlägt sich und ich weiss immer noch nicht ob ich lachen oder weinen soll. Alles macht keinen Sinn.

”New York ist bombardiert! Tausende sind tot.” sage ich laut zu all denen welche um mich herum dem Telefonanruf folgten. Ich werde angestarrt. Fassungslose Gesichter . Ein Mann, einge Sitze hinter mir brüllt mich an, ich soll meine blöden Witze unterlassen. ”Das ist kein Ort hier, so eine XXXX zu erzählen. Die sollten tatsächlich mehr vorsichtiger sein , wem sie Alkohol geben ” ruft er laut und verständlich für alle.

Langsam verlassen wir das Flugzeug. Beim hinausgehen werden, wie ein Lauffeuer die Ereignisse des Terrorangriffs auf Washington und New York vom Bordpersonal bestätigt. Zurückkommende Flugzeuge entladen tausende Passagiere in den sich jetzt entfaltenden Tumult eines Wirrwars in den Flughallen. Polizei mit Machinenpistolen ist überall. Die USA und Israel sind für den Luftverkehr gesperrt. Wir sind gestrandet!

”I am so sorry, for whatever I said in the plane” sagt der Mann,welcher vor einigen Minuten mich im Flugzeug anbrüllte. Wir geben uns die Hand. Wir haben beide Tränen in den Augen. Wir beide wissen, wir haben jetzt wieder eine Welt betreten, welche nach dem barbarischsten Terrorangriff in der Geschichte der Luftfahrt, die gleiche, jedoch nie wieder die selbe sein wird.

Gestrandet, hatte ich das Glück den ersten UA 965 Flug nach Denver zu bekommen, von wo ich dann Chicago nach vier Tagen erreichte

 

Gestrandete Fluggäste Joe aus Ungarn, der Author, Dan Spungen aus Illinois

und Irv aus Bulgarien im Schlosspark von Fulda in Hessen.


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