W. I. Juretzko
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This page was established 11-15-2000

Blassendorf

 

Von einem Dorf blieb nur ein Stein

Chicago

 - Abendpostleser Werner I.Juretzko besuchte während seiner Deutschlandreise unter anderem das Grenzgebiet zwischen Bayern und der Tschechoslowakei. In der Nähe des inzwischen nicht mehr existierenden Ortes Blassendorf fand er einen Grenzstein aus dem Jahre 1776, von dem es nur noch drei Stück gibt.

W.I. Juretzko berichtet :

Er ist nur ein Stein unter vielen anderen. Mit eingemeisselter Schrift, Wappen und Zahlen, die besondere Charakteristik, die ihn von den anderen unterscheidet, ist die No.31 und die einiger Hundert Meter, die er vor die Siedlung Blassendorf gestellt wurde, mitten im Bayerischen Wald. Westlich von ihm fing das Königreich Bayern an und im Osten erstreckte sich Tschechisch-Böhmen.

Dieses jedoch änderte nichts an der Tatsache, daß die Menschen, das war im Jare 1776, in gewohnter Weise hinüber und herüber gingen, Handel und Wandel trieben und grundsätzlich die gleichen blieben. Genau wie Jahrhunderte zuvor. Wer bestimmte, daß dieser Stein ausgerechnet auf diese Stelle gesetzt wurde, verbleibt unbekannt. Wäre die Grenze 1776 nur einen Kilometer weiter östlich festgelegt worden, würde man auf der kahlen Fläche ein schmuckes Dorf sehen können.

Das Schicksal bestimmte etwas anderes.

Das Jahr 1946 brachte für Blassendorf die Katastrophe !

Sprengkommandos der tschechischen Armee sprengten alles über den Erdboden ragende in die Luft. Was sie übersahen, beendeten die Raupenketten ihrer Fahrzeuge. Heute noch, kommen ehemalige Einwohner von Blassendorf hierher ; zum Grenzstein mit der No.31 und schauen stundenlang zu der Stelle hinüber, wo ihre Wiege stand. In dem Schleier der Tränen, der ihre Augen füllt, sehen sie vielleicht, wie eine Fata Morgana die Silhouette des Dorfes, wo sie und ihre Väter und die Väter ihrer Väter einst pflügten, liebten, lebten und litten.

Ein Dorf! Ein ganzes Dorf ! Ein Dorf unter vielen, dessen Namen keine neuzeitliche Landkarte mehr trägt.

So ging Blassendorf unter, lebt nur noch in der Erinnerung seiner ehemaligen Einwohner, die verstreut in der Welt leben.

Als ich neben dem Stein stand, las Ich in Gedanken an einer Tafel, die nicht vorhanden war, doch vorhanden sein sollte: ,"Wanderer im Bömerwald, wenn du am Grenzstein No.31 stehst und im Osten, am Hügel dort die kahle Fläche siehst, wisse und sage es deinen Mitmenschen, daß ich dort einst lebte.

Ich, der Ort Blassendorf ! Erzähle ihnen noch mehr und der Welt dazu.

Rufe allen zu, daß ich ihren großen Krieg überlebte. Den Frieden, der folgte, jedoch nicht überstand."

Werner I. Juretzko

Unkraut überwuchert die Gegend, in der sich einst der Ort Blassendorf befand (links). Nur ein 200 Jahre alter Stein in Bayrischen Wald zeigt, daß hier einst die grüne Grenze zwischen Bayern und Böhmen verlief. Werner I.Juretzko (rechts) fand die ehemalige Grenzmarkierung.

Werner Juretzko hat wiedermal Seine alte Heimat im September 2000 besucht , und ist auch an dem Stein von Blassendorf vorbeigefahren und den besucht.

 

Bilder Juretzko


Erschienen in der Abendpost. USA

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