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Nachrichten
vom
12.05.2001
Bulgariens
Ex-König nimmt an Wahlen teil
Die Zentrale Wahlkommission in Sofia hat Anfang Mai der Nationalen
Bewegung des früheren bulgarischen Königs Simeon II.
erlaubt, an den Parlamentswahlen vom 17. Juni teilzunehmen. Der
63jährige frühere König war nach Jahrzehnten im
spanischen Exil am 4. April nach Bulgarien zurückgekehrt.
Er versprach, innerhalb von 800 Tagen das Leben der Menschen zu
verändern, die Korruption zu bekämpfen und mehr Auslandsinvestitionen
zu ermöglichen. Laut den jüngsten Meinungsumfragen liegt
die Nationale Bewegung des Königs in der Gunst der Wähler
mit deutlichem Vorsprung an der Spitze. (UO)
Tschechischer Ministerpräsident sprach
mit Sudetendeutschen
Der frühere tschechische Ministerpräsident und derzeitige
Oppositionsführer Vaclav Claus hat Anstoß daran genommen,
daß sein Amtsnachfolger Ministerpräsident Milos Zeman
sich zu einem Gespräch mit dem Sprecher der Sudetendeutschen
Landsmannschaft, dem bayerischen Landtagspräsidenten Johann
Böhm getroffen hat. Claus hält nur die Bundesregierung
für einen adäquaten Partner. Hierzu ,,erklärte
Böhm, daß nicht Berlin sondern nur die betroffenen
Sudetendeutschen zuständige Ansprechpartner für verletztes
Heimatrecht und offene Vermögensfragen seien. Es sei gut,
so Böhm, daß Ministerpräsident Zeman ein,Tabu
durchbrochen und den "vierten Stamm" der Bayern nicht
ausgegrenzt hat. (UO)
Tschetschenische Frauen wehren sich
In Tschetschenien wehren sich Frauen mit Blockaden und Demonstrationen
gegen Übergriffe russischer Soldaten. So besetzten in der
Stadt Argun mehrere hundert Frauen eine Brücke. Sie zerrten
verbrannte Fahrzeuge auf die Fahrbahn, sodaß stundenlang
keine Durchfahrt möglich war. In der Hauptstadt Grosny onstrierten
hunderte von Faruen gegen die Erstürmung des Marktplatzes
durch russische Truppen am 1. Mai. Dabei waren einige Tscheschenen
erschossen, Dutzende verhaftet und geschlagen und die Marktstände
geplündert worden. Bei Angriffen der Rebellen in den letzten
Wochen sind in Tschetschenien über 30 russische Soldaten
umgekommen. (UO)
Juden ziehen nach Deutschland
Die jüdische Gemeinde Berlin zählt rund 11500 Mitglieder.
Der Anteil russischsprachiger Juden, die seit 1989 aus ehemaligen
. Sowjetrepubliken zugewandert sind, liegt mittlerweile bei über
60 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anzahl
der Juden in der Bundesrepublik nahezu verdreifacht. Fast 100.000
Mitglieder zählt heute die jüdische Gemeinde in Deutschland,
die nach Frankreich und England bereits wieder die drittgrößte
in Europa ist.Und die Zuwanderung von Juden aus Asien und Osteuropa
dauert an.
Bewegung in der sudetendeutschen Eigentumsfrage
Der Sprecher der Sudetendeutschen, der bayerische Landtagspräsident
Johann Böhm, hat j darauf hingewiesen, daß die Frage
der Enteignung der Sudetendeutschen rechtlich und politisch noch
keineswegs abgeschlossen ist. Zurecht habe das Europäische
Parlament in zwei Entschließungen die Tschechische Republik
zur Überprüfung und Aufhebung der entsprechenden Benesch-Dekrete
aufgefordert. Seit dem 29. März würden offizielle österreichisch-tschechische
Expertengespräche überdieses Thema stattfinden. Ungeachtet
seiner Einschätzung, daß die Benesch-Dekrete legal
und legitim seien, legt auch das tschechische Verfassungsgericht
bei der Überprüfung entssprechender Fälle inzwischen
strengere Maßstäbe an. So könne inzwischen auch
einzelnen, noch in der Tschechischen Republik lebenden Sudetendeutschen
Eigentum zurückgegeben werden (UO)
3,2 Millionen Muslime in Deutschland
Die Zahl der in Deutschland lebenden Muslime ist auf 3,2 Millionen
gestiegen. Davon sind etwa 81 Prozent Sunniten und rund 17 Prozent
Schiiten unterschiedlicher Denkschulen. Das geht aus einer aktuellen
Erhebung des Zentralinstituts Islam Archiv Deutschland hervor.
Rund 520000 Muslime, von denen etwa 11200 deutschstämmig
seien, besäßen einen deutschen Paß. Die Zahl
der muslimischen Kinder und Jugendlichen belaufe sich auf etwa
840.000, von denen jedoch lediglich sieben Prozent die von Moscheen
eingerichteten Koran-Kurse besuchten. (UO)
BdV: Vertreibungsdekrete vor EU-Beitritt aufheben
BdV-Präsidentin Erika Steinbach, MdB, hat in einem Schreiben
an den Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Vertriebene und Flüchtlinge
in der CDU/CSU-Fraktion Hartmut Koschyk, MdB, die Position des
Bundes der Vertriebenen neu zur Abschaffung der in den östlichen
Nachbarstaaten noch existierenden völkerrechtswidrigen Dekrete
klargestellt. Danach verlangt der Bund der Vertriebenen deren
Beseitigung noch vor dem Beitritt dieser Staaten zur Europäischen
Union. Für Verwirrung hatte eine Presemitteilung Koschyks
gesorgt, die anläßlich eines Gespräches mit dem
Sprecher des Ständigen Rates der ostdeutschen Landsmannschaften,
Dr. Herbert Hupka, herausgegeben wurde. Darin heißt es wörtlich:
"Sie (die deutschen Heimatvertriebenen) stellen an den Beitritt
der östlichen Nachbarländer Deutschlands nicht die Bedingung,
daß zuerst noch fortgeltende Vertreibungs- und Enteignungsdekrete
aufgehoben werden müßten". Der BdV hatte erst
im April die Erklärung des Europäischen Parlaments begrüßt,
in der die Tschechische Republik aufgefordert wurde, fortbestehende
Gesetze und Dekrete aus den Jahren 1945 und 1946 aufzuheben, soweit
sie sich auf die Vertreibung von einzelnen Volksgruppen in der
damaligen Tschechoslowakei beziehen. Neben diesen sogenannten
Benesch- Dekreten, die bis heute die:Grundlage der Rechtsordnung
in der Tschechischen Republik bilden, bestehen in Slowenien die
AVNOJ- Dekrete und in der Republik Polen die Dekrete vom 6. Mai
1945 und vom 3. Januar und 8. März 1946 fort, die die Entziehung
des Privateigentums Deutscher betreffen. (DOD)
Bundesinnenminster Otto Schily wird der Festredner
Bei der Hauptkundgebung beim diesjährigen Deutschlandtreffen
der Schlesier am 14. und 15. Juli in Nürnberg sein. Die Landsmannschaft
Schlesien, so deren Bundesvorsitzender Rudi Pawelka, begrüße
die Tatsache, daß der angesehene sozialdemokratische Politiker
zu den vertriebenen Schlesiern i sprechen wird.
Polen und Litauen haben unter Hinweis auf den eventuellen baldigen
EU-Beitritt angekündigt, noch in diesem Jahr die Visumpflicht
für Bewohner der heute von Moskau aus verwalteten Region
Königsberg einzuführen.
Der Medienpreis der Heimatvertriebenen in Bayern in den Sparten
Fernsehen, Hörfunk, Druck wird vergeben für Arbeiten,
die in den letzten drei Jahren erstausgestrahlt oder erstveröffentlicht
worden sind, zumindest in Teil- ! bereichen Bayerns zu empfangen
waren und Themen der Vertriebenen und der Vertreibungsgebiete
in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft behandeln. Bewerbungstermin
ist der 31. Mai 2001. Einsendungen sind zu richten an den Bund
der Vertriebenen, Landesverband Bayern e. V., Am Lilienberg 5,
81669 München.
Etwa 50 Prozent aller Polen haben sich
einer Meldung der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) zufolge
für die Einführung eines Euthanasiegesetzes ausgesprochen,
wie es unlängst in den Niederlanden eingeführt worden
war. Nur 38 Prozent der Befragten waren dagegen.
Die Zahl der eingetragenen Mitglieder der
Deutschen Freundschaftskreise (DFK) in den Oder-Neiße-Gebieten
wird der "Kulturpolitischen Korrespondenz" zufolge von
der Geschäftstelle des Verbandes der Deutschen Gesellschaften
in der Republik Polen (VdG) mit 400.000 angegeben.
Der russische Literaturnobelpreisträger
Alexander Solchenizyn hat wegen des Tschetschen Krieges die
Wiedereinführung der Todesstrafe in Rußland gefordert.
Es gebe Zeiten, so Solchenizyn Ende April in Moskau, in denen
die Todesstrafe zur Rettung der Gesellschaft notwendig sei. Nur
so könne die Welle des Terrorismus, die vom Tschetschenien-Krieg
auf das ganze Land ausgehe, wirksam eingedämmt werden. Als
Folge des Beitritts zum Europarat verbot 1999 das russische Verfassungsgericht
die Todesstrafe.
Rußland will mit Nordkorea wieder
Rüstungsgeschäfte machen, nachdem die Kooperation zwischen
den beiden ehemaligen Verbündeten nach dem Zusammenbruch
der Sowjetunion eingeschlafen war und Moskau in den vergangenen
Jahren den Beziehungen zu Südkorea klar den Vorrang gegeben
hatte. Ein entsprechender Vertrag, der auch den Einsatz russischer
Fachleute bei der Truppenausbildung vorsieht, wurde Ende April
unterzeichnet. Als erster Kremlchef hatte Putin im letzten Jahr
das Land besucht. Außer Rüstungsgeschäften strebt
Moskau die Schaffung eines Eisenbahnkorridors von Nord- nach Südkorea
an.
97 860 Menschen haben im vergangenen Jahr
in Großbritannien einen Asylantrag gestellt (je 100.000
Einwohner: 166). In Deutschland waren es 78760 (96), in Holland
43 890 (278), in Belgien (420), in Frankreich 38 590 (65) in Italien
18.000 (31) in Slowenien 9 240 (465), in der Tschechischen Republik
8770 (86), in Ungarn 7800 (78) und in Polen 4290 (11).
Rußland wird dem zentralasiatischen
Land Usbekistan verstärkt Militärhilfe leisten. Usbekistan
war in den letzten Jahren zunehmend Ziel von Angriffen bewaffneter
islamistischer Gruppierungen. Deutschland und andere westliche
Staaten hatten Usbekistan wegen mangelnder Beachtung der Menschenrechte
Waffenlieferungen verweigert.
Auch der neue Kulturbeauftragte der Bundesregierung,
Prof. Dr. Julian Nida- Rümelin, weigert sich, die von der
früheren Regierung Kohl angestrebte Stiftungsprofessur für
zeitgeschichtliche Vertriebenen-Integrationsforschung an der Universität
Bayreuth zu fördern. Nach Ansicht der Union bietet der Standort
Bayreuth mit dem ebenfalls dort ansässigen Lastenausgleichsarchiv
ideale Voraussetzungen für eine entsprechende Initiative.
(UO)
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