|
An die 45128 Essen 26.09.2001 Betr.- WAZ vom 24.09.2001, Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist nicht nur seltsam, sondern auch traurig, wenn ein junger WAZ-Reporter die heimatliche Begegnung der vertriebenen und ausgesiedelten Hindenburger mit einem "Wurststand" vergleicht. Noch schlimmer ist es aber, wenn man statt Objektivität alte Vorurteile hochleben lässt, um über ein Treffen der Vertriebenen zu berichten, die aus der ganzen Bundesrepublik Deutschland, aus dem westlichen Ausland und sogar aus Oberschlesien angereist sind, um sich der alten Heimat friedlich zu erinnern. Sind Menschen, die solche Berichte schreiben, wirklich in der Lage, ein Europa der Zukunft gestalten zu können? Es wird von Funktionärsreden" berichtet, die meines Wissens, bei dieser Veranstaltung aber nicht gehalten wurden. Diese nichtanwesenden Funktionäre werden aber als "Ewig-Gestrige" bezeichnet. Über dieses-Unwissen kann man nur mit den; Kopf schütteln. Hier stellt sich berechtigt die Frage, wo sitzen die tatsächlichen "Ewig-Gestrigen", die noch in diesen alten Stereotypen berichten. Wo bleiben die Hinweise auf die völkerverbindende Arbeit der Hindenburger, auf die grenzüberschreitenden Maßnahmen für Schüler und Studenten, auf die Unterstützung der sozialen und humanitären Einrichtungen in der alten Heimat, auf die gemeinsame (deutsch-polnische) Kulturarbeit, auf die Aufbauleistungen der Vertriebenen nach 1945- Warum wurde es ausgelassen zu berichten, dass zahlreiche Frauen und Männer, nicht nur der Erlebnisgeneration, mit Tränen die Feierstunde und den katholischen Festgottesdienst verfolgten. Wer so selektiv berichtet, der stellt sich selbst ein geistiges Armutszeugnis aus. Mit freundlichen Grüßen |