Vom Paten zum Partner
HEIMATTREFFEN / Zum 25. mal trafen sich
Hindenburg-Vertriebene in Essen.
Rhein-Ruhr_Zeitung vom 24. September 2001

Zum 25. Mal trafen sich am Wochenende gut 2500 Vertriebene und Ausiedler aus dem ehemaligen Hindenburg in der Grugahalle. Eingeladen hatte die Stadt Essen, die seit 1953 eine Patenschaft für die ehemaligen 'Bewohner der oberschlesischen Industrie-Stadt pflegt. Wiedersehens-Feier, gemeinsames Erinnern und die Bekräftigung politischer Forderungen - diese dem Heimattreffen seit Jahrzehnten eigene Mischung prägte auch die Jubiläums-Versammlung. Während am Sonntag-Vormittag im Foyer schlesische Wurstspezialitäten, Bildbände und Hindenburg-Stadtpläne verkauft wurden, warben die Redner auf der Bühne unter den Vetriebenen vor allem um ein weiteres und verstärktes Engagement für die gemeinsame Sache.

Marianne Mosler, Heimatkreisvertrauensfrau für Hindenburg, zeichnete noch einmal die gemeinsame Geschichte der Hindenburg-Vertriebenen und Essens nach, die am 3. März 1953 mit dem Stadtrats-Beschluss zur Patenschaft begann. Persönliche Beziehungen und die industrielle Struktur beider Städte hätten den Kontakt entstehen lassen. Bereits im Mai 1953 trafen sich ehemalige Hindenburger aus dem ganzen Bundesgebiet zu einem ersten Treffen in Essen. OB Wolfgang Reiniger setzte sich angesichts eines weiter zusammenwachsenden Europas dafür ein, dass "aus der Patenschaft eine Partnerschaft mit Hindenburg entsteht." Das müsse keine offizielle Städtepartnerschaft sein. Zumindest zu informellen Gesprächen hat sich Reiniger aber bereits mit der Hindenburger Stadtspitze getroffen und wird die polnische Stadt demnächst auch selbst bereisen. Vor allem könne Essen bei einem Strukturwandel oder Industrieregion Hilfe leisten, meinte der OB.

Auch der Bund der Vertriebenen, Kreisverband Essen, feierte gestern im Frohnhauser Clubhaus "Eigene Scholle" seinen "Tag der Heimat". (tr)